Demografiekonferenz: Keine Entwarnung bei Abwanderung in Thüringen

Die 2. Demografiekonferenz des Landes sucht nach Wegen, mit der schrumpfenden Bevölkerung in Thüringen umzugehen.

Michael Panse, Generationenbeauftragter der CDU, sieht vor allem perspektivische Probleme im ländlichen Raun.  Foto: Marco Schmidt

Michael Panse, Generationenbeauftragter der CDU, sieht vor allem perspektivische Probleme im ländlichen Raun. Foto: Marco Schmidt

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Erfurt. Ende 2011 hatte Thüringen noch 2,2 Millionen Einwohner. Auch wenn der Wanderungssaldo in den letzten Jahren kontinuierlich zurückging und zuletzt nur noch minus 4200 betrug: Einen Grund für Entwarnung gibt es nicht. Bis zum Jahr 2030 wird der Freistaat noch einmal 400 000 Menschen verlieren.

"Besonders in den ländlichen Regionen fehlt es an einer Perspektive", sagte Thüringens Generationenbeauftragter Michael Panse (CDU) mit Blick auf die Lage am Arbeitsmarkt auf der 2. Thüringer Demografiekonferenz gestern in Erfurt. Besonders wichtig für die älteren Menschen wiederum sei es, in den betroffenen Gebieten die Mobilität aufrecht zu erhalte. "Der Einsatz von Freiwilligendiensten und Kleinbussen könnte schon viel bringen", erklärte Panse.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) brachte es auf den Punkt: "Ältere Menschen wollen angenommen werden, jüngeren Menschen muss man helfen, ihren Weg zu finden."

Der Zukunftspreis wurde gestern zum ersten Mal vergeben. Mit ihm sollen künftig alle zwei Jahre Projekte prämiert werden, die einen Beitrag zur Gestaltung des demografischen Wandels im Freistaat leisten.

Schlöben, der erste Gewinner, punktete mit eigener Energieversorgung, guter Infrastruktur, dem harmonischen Miteinander von Jung und Alt. Insgesamt hatten sich 50 Projekte beworben, zwölf kamen am Ende in die engere Auswahl. "Der Wettbewerb macht sichtbar, was alles möglich ist", lobte Lieberknecht das Engagement der Teilnehmer.

Schlöben zeigt, wie’s geht. Eine Umstellung auf Bioenergie, die gute Verkehrsanbindung sowie die Gewährleistung der medizinischen Versorgung sorgten dafür, dass die Einwohnerzahl über den gesamten Zeitraum zunahm. "Allein in den letzten zehn Jahren haben wir rund zehn Millionen Euro investiert", erklärte gestern Bürgermeister Hans-Peter Perschke. So konnte beispielsweise eine neue LED-Straßenbeleuchtung installiert werden und für die Feuerwehr wurde ein neues Fahrzeug angeschafft.

Auch für die Zukunft sieht sich die Gemeinde auf dem richtigen Weg. So soll das neu gebaute Familienzentrum mit Leben erfüllt werden und ein neuer Arzt angeworben werden. "Für all unsere Vorhaben können wir das Preisgeld sehr gut gebrauchen", so Perschke weiter. Bereits einen Tag zuvor war Schlöben in Hannover als "Bioenergiedorf 2012" ausgezeichnet worden. Die zusätzlichen 10 000 Euro, die mit dem Titel verbunden sind, werden ebenfalls investiert.

Die Jury in Erfurt zeichnete gestern auf der Messe noch zwei weitere Konzepte aus. So gingen 7500 Euro an das Projekt "Gemeinsam statt einsam" des Vereins "Generationswohnen" in Arnstadt-Ost. Als Drittplazierter kann sich der "Unternehmensnachfolge- und Gründerclub Gotha" über 5000 Euro freuen. Dieser berät Geschäftsleute bei der Suche nach geeigneten Nachfolgern für ihr Unternehmen.

Gemeinde Schlöben gewinnt Zukunftspreis

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