Druck auf Mohring nimmt weiter zu

Erfurt.  CDU-Kreisverbände und Junge Union fordern Mohrings Rücktritt als Landes- und Fraktionsvorsitzender.

Mike Mohring (Archiv-Bild)

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Foto: Adam Berry / AFP

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Der Druck aus den eigenen Reihen auf Mike Mohring wird immer stärker. Mehrere Kreisverbände fordern den Rücktritt des CDU-Landes- und Fraktionschefs von beiden Ämtern. Auch der Parteinachwuchs spricht sich für Mohrings Ablösung aus.

„Nur mit einem inhaltlichen und personellen Neuanfang kann die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die CDU wiederhergestellt werden“, heißt es in einem Schreiben des CDU-Kreisvorstands im Saale-Orla-Kreis, das dieser Zeitung vorliegt. Ähnlich äußerte sich zuvor bereits der Kreisvorstand Sonneberg. Auch andere Kreisvorstände, darunter unter anderem Ilm-Kreis und Suhl, bereiten entsprechende Beschlüsse vor.

Doch damit nicht genug: Nach dem Landesvorstand der Jungen Union (JU) meldete sich am Mittwoch zudem ein Viertel der Kreisverbände der Nachwuchsorganisation zu Wort. Sie halten Mohring ebenfalls nicht mehr für tragbar. „In Anbetracht einer möglichen Neuwahl ist den Thüringer Wählern nicht mehr zu vermitteln, das Kreuz beim gleichen Spitzenkandidaten und der gleichen Strategie zu setzen“, steht in einer Mitteilung, die von der Jungen Union Altenburger Land, Gera, Greiz, Ilm-Kreis und Saale-Orla-Kreis unterzeichnet ist. Sie kritisieren einen politischen „Zickzackkurs“ und eine „verzweifelte Lage“, die durch die neuesten Umfragen bestätigt werde. Der Landesvorsitzende solle sich ein Beispiel an der Bundesvorsitzenden nehmen. Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Montag ihren Rücktritt angekündigt.

Kreisverbände und JU verlangen, einen Sonderparteitag einzuberufen, um einen neuen Vorstand wählen zu können.

Mohring war für diese Zeitung nicht zu erreichen. CDU-Generalsekretär Raymond Walk sagte auf Anfrage: Die jüngste Umfrage zeige, drei Viertel der Befragten hätten es satt, dass sich die Politik immer mit sich selbst beschäftige. „Die aktuellen Forderungen werden diesen Eindruck nur noch verstärken.“ Man müsse weg von Macht- und Personalfragen und zurück zur Sachpolitik kommen.

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