Greiz: Bürgerinitiative gegen Asylbewerberheim sorgt für Empörung

Empörte Stellungnahmen zur Geistes­haltung der Zaschberg-Gruppe. In den Raum wurde die Bildung einer "Greizer Bürgerinitiative für Toleranz und gegen Fremden­feindlichkeit" gestellt. Und online ist seit Montag Mittag eine ebenfalls schnell wachsende Facebook-Gruppe namens "Solidarität mit den Flüchtlingen in Greiz".

Das ehemalige Berufsschulinternat in Greiz, das jetzt Asylbewerber aufnehmen soll.

Das ehemalige Berufsschulinternat in Greiz, das jetzt Asylbewerber aufnehmen soll.

Foto: zgt

Greiz. Beim Asylbewerberheim, das letzten Donnerstag im Gebäude des ehemaligen Berufsschulinternates in der Theodor-Storm-Straße in Greiz eröffnet wurde, handelt es sich lediglich um eine "temporäre Einrichtung". Das betonte am Montag das zuständige Greizer Landratsamt auf Anfrage. "Die Bereit­stellung dieser Einrichtung folgt einer dringlichen Bitte des Freistaates Thüringen zur schnellstmöglichen Übernahme von Asyl­suchenden aus der Thüringer Landeserstaufnahmestelle Eisenberg", so Landrätin Martina Schweinsburg (CDU). Die Maßnahme stehe in unmittel­barem Zusammenhang mit der Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien. Auf die Schnelle habe sich lediglich das ehemalige Lehrlingswohnheim als geeignet für die Unterbringung der Menschen in Not erwiesen. In der Gemeinschaftsunterkunft seien gegenwärtig 53 Asylbewerber untergebracht. Da­runter seien sowohl Familien mit Kindern als auch Allein­stehende. Bis auf wenige Personen handele es sich um Menschen aus Kriegs- und Krisen­gebieten, neben Syrien auch Afghanistan und Tschetschenien. Weitere Flüchtlinge aus Syrien könnten noch hinzu kommen.

Gegen dieses Heim hat sich nach der Demo vom letzten Freitagabend eine "Greizer Bürger­initiative gegen ein Asylheim am Zaschberg" gebildet, die am Sonntag eine Facebook-Seite mit bislang über 600 Fans eingerichtet hat. Ziel des anonymen Seiten-Betreibers ist: "Das Asylantenheim muss weg." Das OTZ-Angebot eines Gespräches, das über die Seite an den Betreiber über­mittelt wurde, ist bislang noch nicht beantwortet worden. Der Asylbewerberheim-Gegner schreibt von einem "Volks­begehren" und davon, dass kommenden Freitagabend erneut gegen das Heim demonstriert werden soll.

Möglicherweise aber auch dafür, denn seit Sonntag haben die Redaktion mehrere empörte Stellungnahmen zur Geistes­haltung der Zaschberg-Gruppe erreicht. In den Raum wurde die Bildung einer "Greizer Bürgerinitiative für Toleranz und gegen Fremden­feindlichkeit" gestellt. Und online ist seit Montag Mittag eine ebenfalls schnell wachsende Facebook-Gruppe namens "Solidarität mit den Flüchtlingen in Greiz". Die Bürger­initiative "Weil wir Greiz lieben" hält in der bisher ausführlichsten Stellungnahme zur Zaschberg-Gruppe fest: "Wir nehmen die Sorgen der dort versammelten Betroffenen durchaus ernst, glauben jedoch, dass Vorurteile und Hasstiraden nicht das Mittel der Wahl sein können." Und: "Es kann nicht sein, dass Vorurteile gegenüber Ausländern von einer unglück­lichen Lokalpolitik ablenken. Es sind die zuständigen Be­hörden, die es versäumt haben, mit den Bürgern zusammen ein Klima für Verständnis und vernünftiger Integration zu schaffen. Noch ist es jedoch nicht zu spät. Vielleicht gelingt es den Greizern, Vereinen, Politikern,"Kirchen und anderen Institutionen, gemeinsam einen Weg zu finden."

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