„Herr Bofill: Die Zeit ist abgelaufen“ – Stadt Weimar will Haus der Frau von Stein zurück

Weimar.  Weimars OB Peter Kleine kündigt beim Neujahrsempfang die Rückübertragung des Hauses der Frau von Stein an. Zudem erfolgte ein Ausblick auf 2020 mit Sport und Bauvorhaben.

Oberbürgermeister Peter Kleine begrüßte die Gäste im Foyer der Weimarhalle gemeinsam mit Zwiebelmarktkönigin Katrin.

Oberbürgermeister Peter Kleine begrüßte die Gäste im Foyer der Weimarhalle gemeinsam mit Zwiebelmarktkönigin Katrin.

Foto: Maik Schuck

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Sage ich es oder sage ich es nicht? Am Ende ließ Oberbürgermeister Peter Kleine am Dienstagabend die Bombe platzen: Auch das Haus der Frau von Stein stehe 2020 auf der Agenda, führte er beim Neujahrsempfang im Foyer der Weimarhalle dezent in die Materie ein, um dann zuzustoßen: „Herr Bofill: Die Zeit ist abgelaufen. Jetzt holen wir uns das Haus zurück!“, sagte Peter Kleine unter dem Applaus der rund 300 geladenen Gäste.

Zwölf Jahre nach dem Verkauf der Immobilie für 325.000 Euro an Juan Javier Bofill Pellicer, der die Stadt mit Versprechen immer wieder hingehalten hatte, soll die Rückübertragung auf den Weg gebracht werden. Wobei sich die Stadt sicher ist, angesichts der großen Nachfrage schnell einen solventen und soliden neuen Investor finden zu können. Schließlich zieht das Verfahren angesichts der bereits getätigten Investitionen hohe Kosten für die Stadt nach sich.

Ansonsten stand die Rede von Peter Kleine ganz im Zeichen des Sports – umrahmt vom Steffen Heinze Trio, das vorab und danach die Erkennungsmelodie vom „Aktuellen Sportstudio“ intonierte. Nach einem Rückblick auf die vielen positiven Aspekte des Bauhaus- und Verfassungsjubiläums 2019 mit den Veranstaltungen und dem immensen Besucher-Plus richtete er den Blick darauf, was Weimar in diesem Jahr für seine rund 11.500 Sportler in den etwa 60 Vereinen mit hoher Priorität vorantreiben wolle: den Umbau der Hartplätze im Wimaria-Stadion in Kunstrasenplätze, die Erweiterung des Sportparks Lindenberg, wozu das B-Plan-Verfahren 2020 abgeschlossen werden soll, sowie – mit der Bauhaus-Uni – einen neuen Anlauf für die Ertüchtigung des Sportplatzes an der Falkenburg.

„Sport“, so Kleine“, „trägt dazu bei, soziale Verantwortung zu übernehmen“, sei Training für den eigenen Körper, aber auch eine „gute Fürsorge für das gesellschaftliche und soziale Klima in unserer Stadt“. Deshalb sei das Geld für die neue Sporthalle in der Meyerstraße, die in diesem Jahr fertig wird, ebenso gut investiert wie weitere Hallen an der Schule an der Hart sowie der Pestalozzi-Schule, kündigte er an.

Unter Applaus der Gäste wünschte Peter Kleine in der Tradition der großen Weimarer Sportler dem Rollstuhl-Fechter Julian Haupt viel Erfolg bei den Paralympics in Tokio und hofft, dass die Boulderin Alma Bestvater noch die Norm für die Olympia-Teilnahme schafft.

Außerdem blickte der Oberbürgermeister auf andere wichtige Bauvorhaben: Gestartet werde am Sophienstiftsplatz, mit der Erweiterung des Humboldtgymnasiums, dem neuen Bolzplatz in West, dem zweiten Bauabschnitt an der Sackpfeife, der Bebauung auf dem ehemaligen Schlachthofgelände sowie mit dem Umbau des Classic-Centers in Schöndorf. Eine Fertigstellung 2020 kündigte Kleine beim Straßenbau in Schöndorf sowie weitestgehend am Wohn- und Geschäftshaus „Panoramablick“ in Nord an. Und nicht zuletzt beginne die Planung für einen Radweg zwischen Weimar-Nord und Gaberndorf.

Weimar feiert 2020 unter anderem 100 Jahre Gründung des Freistaates Thüringen. Dass Weimar einst dessen Hauptstadt war, brachte Kleine als launigen Seitenhieb ans Land unter.

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