Junge Union fordert Neuwahl des Landesvorstandes

Erfurt.  Die Suche nach einem Weg geht in der CDU weiter: Die Partei will Basiskonferenzen, die JU einen Sonderparteitag und neues Personal.

Mike Mohring (Mitte), CDU-Landesvorsitzender, wird vom eigenen Parteinachwuchs unter Druck gesetzt.

Mike Mohring (Mitte), CDU-Landesvorsitzender, wird vom eigenen Parteinachwuchs unter Druck gesetzt.

Foto: Foto: Sascha Fromm

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Der Thüringer CDU-Landesvorstand wird eine oder mehrere Basiskonferenzen mit den Mitgliedern der Partei einberufen. Das beschloss das Gremium in einer Telefonkonferenz am Montagabend – zuvor hatte der angeschlagene Landeschef Mike Mohring den Plan via Twitter öffentlich gemacht. Ob eine oder mehrere dieser Konferenzen stattfinden sollen, scheint der Mitteilung zufolge noch unklar.

Der Jungen Union (JU) geht das ohnehin nicht weit genug. Der CDU-Nachwuchs hatte schon im November bei seinem Landestag eine Basisbeteiligung bei der Auswertung des Wahldesasters vom Oktober 2019 gefordert. Am Montagabend verweigerte die JU dem Landesparteichef vollends die Gefolgschaft. Der Landesvorstand beschloss einstimmig die Forderung nach einem Sonderparteitag – den kann der Landesvorstand einberufen oder aber ein Viertel der Kreisverbände – und verbindet diese mit einer Forderung nach einer Neuwahl des Landesvorstandes. Zu der seien neue Gesichter gefragt. Nach der JU-Vorstandssitzung wurde ein „Offener Brief“ unter dem Titel „Zeit für einen Neuanfang in der CDU Thüringen“ veröffentlicht, der vom Landesvorsitzenden Cornelius Golombiewski unterzeichnet ist.

Diesem Statement haben sich bereits erste Kreisgliederungen angeschlossen, darunter zum Beispiel die Junge Union Eichsfeld. In dem Brief erinnert der JU-Landesvorstand daran, dass er bereits im November eine Beteiligung der Basis zur Aufarbeitung der Wahlergebnisse gefordert habe. Die Zeit, in der das ausreiche, sei offenbar vorbei. Bei einem Sonderparteitag müsse „selbstkritische und demütige Analyse“ im Fokus stehen – und der Austausch müsse „respektvoller gepflegt werden“. Übereinstimmenden Informationen aus JU-Kreisen nach soll der Landesvorsitzende Mohring in einer Telefonschalte noch dafür geworben haben, den kritischen Brief nicht zu beschließen und zu veröffentlichen. Vergebens.

Die Junge Union beschreibt außerdem eine „Welle von Parteiaustritten“, durch die ihre Forderung bestärkt werde. Nach Informationen dieser Zeitung sind seit der Wahl von FDP-Ministerpräsident Thomas Kemmerich mit CDU und AfD-Stimmen zum Regierungschef zahlreiche Mitglieder ausgetreten. In einem Kreisverband sollen Mitglieder auf die Kreisgeschäftsstelle gekommen sein und vor den Augen des Kreisgeschäftsführers ihre Austrittserklärung handschriftlich geschrieben und wütend auf den Tisch geworfen haben. Die CDU-Geschäftsstelle ließ eine Anfrage dieser Zeitung zur Anzahl der Parteiaustritte seit der MP-Wahl unbeantwortet.

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