Leitartikel: Europa dreht an der Uhr

Axel Eger zur Zeitumstellung und der peinlichen Rolle der EU

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Noch einmal das Umstellen der Uhren zelebrieren. Diesen wunderbaren Moment, als würde der Frühling angeknipst. Dieses kostbare Quantum Licht genießen, das uns die länger werdenden Abende nun schenken

Vielleicht wissen wir erst, wenn es sie in drei Jahren nicht mehr gibt, was wir an dem durchaus sinnvollen Instrument der Zeitumstellung haben. Nämlich eine bewusste Regulierung von Helligkeit, die sich gerade in den Sommermonaten der heutigen Lebensrealität anpasst, in der sich Arbeitszeiten und Tagesabläufe immer weiter nach hinten verschieben.

Jedenfalls haben Generationen von Europäern sie schadlos überstanden. Werden künftig eigentlich auch Auslandsurlaube verboten? Wenn schon eine Zeigerdrehung krank machen soll, dann müssen ja fünf Stunden Differenz bis an die karibischen Strände fast tödlich sein.

Schlimmer als alle Katastrophenszenarien ist nur das Verhalten der EU, die viele drängende Probleme des Kontinents nicht in den Griff bekommt, aber eine läppische Internet-Erhebung allen Ernstes zur Maxime ihres Handelns macht. Weniger als ein Prozent Beteiligung – das ist, als würden fünf Leute in einem voll besetzten Konzertsaal darüber befinden, was gespielt wird. Und die restlichen 495 wussten gar nicht, dass es etwas abzustimmen gab.

Vor diesem Hintergrund ist der Satz von Kommissionspräsident Juncker („Wir machen das, weil die Leute es wollen“) eine einzige populistische Mogelpackung. Wer so handelt und vorab nicht einmal im Ansatz die Folgen eines drohenden europäischen Zeitzonen-Flickenteppichs bedenkt, biedert sich nicht nur einem vermeintlichen Volkswillen an. Er setzt vor allem seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Was ist, wenn demnächst ein paar Irre europaweit das Frauen-Wahlrecht abschaffen oder gleich die Todesstrafe wieder einführen wollen? Reicht dieser EU dann auch ein Prozent einer windigen Umfrage?

Zum Artikel: In Thüringen leben die ausgeschlafensten Deutschen

Noch einmal das Umstellen der Uhren zelebrieren. Diesen wunderbaren Moment, als würde der Frühling angeknipst. Dieses kostbare Quantum Licht genießen, das uns die länger werdenden Abende nun schenken.

Vielleicht wissen wir erst, wenn es sie in drei Jahren nicht mehr gibt, was wir an dem durchaus sinnvollen Instrument der Zeitumstellung haben. Nämlich eine bewusste Regulierung von Helligkeit, die sich gerade in den Sommermonaten der heutigen Lebensrealität anpasst, in der sich Arbeitszeiten und Tagesabläufe immer weiter nach hinten verschieben.

Jedenfalls haben Generationen von Europäern sie schadlos überstanden. Werden künftig eigentlich auch Auslandsurlaube verboten? Wenn schon eine Zeigerdrehung krank machen soll, dann müssen ja fünf Stunden Differenz bis an die karibischen Strände fast tödlich sein.

Schlimmer als alle Katastrophenszenarien ist nur das Verhalten der EU, die viele drängende Probleme des Kontinents nicht in den Griff bekommt, aber eine läppische Internet-Erhebung allen Ernstes zur Maxime ihres Handelns macht. Weniger als ein Prozent Beteiligung – das ist, als würden fünf Leute in einem voll besetzten Konzertsaal darüber befinden, was gespielt wird. Und die restlichen 495 wussten gar nicht, dass es etwas abzustimmen gab.

Vor diesem Hintergrund ist der Satz von Kommissionspräsident Juncker („Wir machen das, weil die Leute es wollen“) eine einzige populistische Mogelpackung. Wer so handelt und vorab nicht einmal im Ansatz die Folgen eines drohenden europäischen Zeitzonen-Flickenteppichs bedenkt, biedert sich nicht nur einem vermeintlichen Volkswillen an. Er setzt vor allem seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Was ist, wenn demnächst ein paar Irre europaweit das Frauen-Wahlrecht abschaffen oder gleich die Todesstrafe wieder einführen wollen? Reicht dieser EU dann auch ein Prozent einer windigen Umfrage?

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