Linken-Politikerin wurde in Saalfeld bedroht

Saalfeld. Die Linken-Politikerin Katharina König wurde in Saalfeld bei einer Wahlkampfveranstaltung von örtlichen Neonazis bedroht.

Die Landtagsabgeordnete Katharina König (Die Linke) wurde in Saalfeld von örtlichen Neonazis bedroht. Archivfoto: Alexander Volkmann

Die Landtagsabgeordnete Katharina König (Die Linke) wurde in Saalfeld von örtlichen Neonazis bedroht. Archivfoto: Alexander Volkmann

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Steffen R. gilt als Größe in der gar nicht so kleinen Neonazi-Szene von Ostthüringen. Er organisiert rechtsextremistische Veranstaltungen, betrieb einen einschlägigen Versandhandel und gilt als befreundet mit den NSU-Angeklagten Holger G. und Ralf Wohlleben. Für die NPD trat er bei der Landtagswahl vor fünf Jahren an.

R. ist mehrfach vorbestraft, 2012 saß er in Untersuchungshaft, weil er extremistische Anschläge vorbereitet haben soll. Schon zuvor stand der Mann aus Saalfeld unter Verdacht, einen Angriff auf die Linke-Landtagsabgeordnete Katharina König zu planen. Sie ist die Tochter des Jenaer Jugendpfarrers Lothar König.

Dies ist der Hintergrund für das Geschehen am Samstag in Saalfeld, wo König ihren Wahlkampfstand aufgebaut hatte. Wie die Abgeordnete in einer Mitteilung darstellte, sei sie dort durch Steffen R. bedroht worden. Danach habe er mit dem Handy mehr als ein halbes Dutzend andere Neonazis herbeitelefoniert, die unter anderem "Freiheit für Wolle"-T-Shirts trugen ("Wolle" ist der Spitzname von Ralf Wohlleben). Ein Mann sei vermummt und mit Eisenkette bewaffnet erschienen. Laut König forderte R. sie mehrfach auf, ihr Engagement gegen die Nazis einzustellen. Die Abgeordnete erstattete daraufhin Anzeige; die Staatsschutzabteilung der Polizei ermittelt.

Unter anderem soll der Neonazi R. gesagt haben: "Das ist der falsche Kiez, verpisst euch, sonst kommt Unterstützung und wir klären das wie in den 90er-Jahren." In dieser Zeit waren besonders im Raum Saalfeld-Rudolstadt die Neonazis besonders aggressiv aufgetreten und hatten sogar Polizisten angegriffen. Zu den Anführern der Rechtsextremisten gehörte der Rudolstädter NSU-Unterstützer Tino Brandt, der damals auch den "Thüringer Heimatschutz" leitete und für den Verfassungsschutz spitzelte.

Er sitzt zurzeit wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch in Untersuchungshaft.

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