Matschie gibt auf: Keine Kandidatur für Fraktionsvorsitz

Erfurt. Nach heftigen innerparteilichen Turbulenzen wird der frühere Thüringer SPD-Landeschef und Vize-Ministerpräsident Christoph Matschie nicht für den Fraktionsvorsitz im Landtag kandidieren. Dies hat er am Mittwoch den sozialdemokratischen Abgeordneten mitgeteilt.

Nach heftigen innerparteilichen Turbulenzen wird der frühere Thüringer SPD-Landeschef und Vize-Ministerpräsident Christoph Matschie nicht für den Fraktionsvorsitz im Landtag kandidieren. Foto: Marco Kneise

Nach heftigen innerparteilichen Turbulenzen wird der frühere Thüringer SPD-Landeschef und Vize-Ministerpräsident Christoph Matschie nicht für den Fraktionsvorsitz im Landtag kandidieren. Foto: Marco Kneise

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Stattdessen soll Matthias Hey weiterhin den Chefposten bekleiden.

Matschie war bei der Besetzung der Kabinettsposten für die neue rot-rot-grüne Regierung von SPD-Landeschef Andreas Bausewein übergangen worden. Stattdessen wurde ihm der Fraktionsvorsitz angeboten, was er erst nach einigem Zögern akzeptierte. Allerdings regte sich dagegen starker Widerstand in Partei und Fraktion, zumal Hey in die letztendliche Entscheidung nicht eingebunden worden war. Mehrere Abgeordnete kündigten nach Informationen unserer Zeitung intern an, den 53-Jährigen nicht zu wählen.

Noch am Dienstag hatte die Thüringer SPD-Spitze für die Wahl Matschie geworben. Dies sei "ein Gebot der Fairness", sagte Landeschef Andreas Bausewein unserer Zeitung. "Gerüchte, dass Christoph Matschie mir gegenüber auch nur indirekt gedroht habe, Bodo Ramelow nicht zum Ministerpräsidenten zu wählen, entbehren jeder Grundlage." Solche Unterstellungen habe der Ex-Parteichef, der 15 Jahre die Partei geführt habe, "nicht verdient".

"Ich appelliere an alle Abgeordneten, Matschie zu unterstützen", erklärte auch Landesvize Albrecht Schröter gegenüber unserer Zeitung. "Ich bin erschüttert darüber, dass ein Mann, der sich so für die Landespartei eingesetzt hat, jetzt derart unfair behandelt wird."

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