Ministerin Heike Werner rechnet mit baldiger Corona-Impfung

Erfurt.  Die bestehenden Einschränkungen werden laut Werner Ende Oktober für einen Monat verlängert. Werner bezeichnete die Pandemielage als „ernst“, warnte aber vor Panik.

Ein Mann hält im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen eine Spritze in der Hand, mit der einer jungen Frau, die erste Probandin, ein möglicher Wirkstoff gegen das Coronavirus gespritzt wurde. Der Wirkstoff kommt von der Tübinger Firma Curevac (Archivfoto).

Ein Mann hält im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen eine Spritze in der Hand, mit der einer jungen Frau, die erste Probandin, ein möglicher Wirkstoff gegen das Coronavirus gespritzt wurde. Der Wirkstoff kommt von der Tübinger Firma Curevac (Archivfoto).

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Thüringen bereitet sich auf den Einsatz der ersten Impfstoffe gegen das Corona-Virus vor. „Nach derzeitigem Stand könnte es kurz nach dem Jahreswechsel die ersten Impfungen geben“, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) dieser Zeitung. Es würden gerade Fragen wie Transport und Lagerung geklärt. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Pandemielage sei „ernst“, Werner warnte aber vor Panik

Werner bezeichnete die Pandemielage als „ernst“, warnte aber vor Panik. Der rasante Anstieg der Zahl der Neuinfektionen habe zuletzt vor allem Jüngere betroffen, die seltener erkrankten. Inzwischen steckten sich jedoch wieder mehr Ältere an. Am Donnerstag meldete das Land 81 positive Corona-Tests binnen eines Tages. Besonders betroffen sind das Eichsfeld, der Landkreis Sömmerda und Gera.

Die bestehenden Einschränkungen werden laut Werner Ende Oktober für einen Monat verlängert – wobei geprüft werde, ob „mit Blick auf den konkreten Beschlusstext der Ministerpräsidenten noch kleine Anpassungen“ nötig seien. Bund und Länder hatten sich darauf geeinigt, dass zusätzliche Einschränkungen bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen greifen. Dies ist in Thüringen teilweise bereits der Fall.

Land plane eine Personalreserve etwa aus Medizinstudenten

Werner räumte einen akuten Stellenmangel in den Gesundheitsämtern ein. So wie Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kündigte sie an, dass das Land eine Personalreserve etwa aus Medizinstudenten plane. Die CDU reagierte mit Kritik. „Hier stellt sich automatisch die Frage, warum die Landesregierung das letzte halbe Jahr an dieser Stelle tatenlos blieb“, sagte Fraktionschef Mario Voigt dieser Zeitung.

Das Sozialministerium veröffentlichte zudem die „Handlungsanleitungen“ für die bevorstehende Karnevalssaison. Danach gelten bei Umzügen, sofern sie nicht wie in Erfurt bereits abgesagt wurden, Maskenpflicht für Besucher und Ausschankverbot für Alkohol. Generell soll bei Faschingsveranstaltungen kein hochprozentiger Alkohol ausgeschenkt werden.

Das Interview lesen Sie hier:

Ministerin zur Corona-Lage in Thüringen: „Die Situation ist ernst“

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