Mühlhäuser Politiker fordert Aufarbeitung der Geschichte

Mühlhausen  Norbert Mros plädiert für bedachte Entscheidung zum ehemaligen Mühlhäuser Arbeitslager.

Norbert Mros

Norbert Mros

Foto: Daniel Volkmann

Zu Recht habe der für das Bratwurstmuseum angedachte Standort am Stadtwald auf dem Gelände des ehemaligen Arbeitslagers – des Bereitschaftslagers – in der Öffentlichkeit Diskussionen hervorgebracht. Das meint Norbert Mros, der für „Die Linke“ im Stadtrat sitzt. Er fordert einen offenen Umgang mit der gesamten Geschichte des Geländes.

Die Geschichte des Geländes sei vielfältig. „Regional wird auch auf die Nutzung des Geländes durch die NVA (Nationale Volksarmee/die Red.) hingewiesen. Es wird auch regional erwähnt, dass das Gelände nach der Wende als Asylbewerberunterkunft genutzt wurde. Deshalb würde ich, trotz aller Problematik, das sogenannte B-Lager als ausgewählten Standort belassen und dabei die Chance nutzen, auf das Gelände und seine umstrittenen, vielfältigen Geschichte kritisch in geeigneter Weise hinzuweisen“.

Das Bratwurst-Eventgelände als „Notlösung“ und aufgrund der Debatte nun auf einem anderen Grundstück in unmittelbarer Nähe anzusiedeln, vergibt laut Auffassung von Mros die Chance der umfassenden Geschichtsaufarbeitung. „Es grenzt an Augenwischerei. Das B-Lager ist Privatgelände und was würde ein, wenn überhaupt entstehender Gedenkort auf einem Firmengelände bewirken? Wer steht dafür ein? Wer kannte bisher die ganze Geschichte oder die Säule im Stadtwald?“

Norbert Mros plädiert für eine Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit dem Arbeitskreis zum 9. November und 27. Januar, um eine vertretbare Lösung zu finden. Er hält eine dringliche Stadtratssitzung für sinnvoll, mit den Stadträten und auf der Grundlage der Bürgermeinung eine, wie er sagt, „bedachte und mehrheitlich diskutierte Entscheidung zu treffen“.

Mittlerweile wachsen auch andernorts die Begehrlichkeiten eines Bratwurstmuseums: Im Zuge der Suche nach einem neuem Standort sieht Hans-Georg Müller (SPD), Vorsitzender des Kulturausschusses des Nordhäuser Stadtrates, die eigene Stadtverwaltung in der Pflicht, Nordhausen ins Gespräch zu bringen.

„Sie sollte auf den Investor zugehen und Kontakt zum Scheunenhof-Eigentümer herstellen. Denn dieses Gebäude hat den nötigen Charme“, erklärte Müller über das Backsteinensemble am Sundhäuser See.

Der Mühlhäuser Investor machte jedoch am Dienstag deutlich: „Das Museum bleibt in Mühlhausen, etwas anderes kommt nicht infrage.“

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