Neuer Kindergarten in Knau

Die Gemeinde Knau will nach Worten ihres Bürgermeisters Klaus Liehm (parteilos) in Sachen generationsübergreifendes Lernen ein "Leuchtturm in der Thüringer Bildungslandschaft" werden.

Die Kinder der Tagesstätte Zwergenland in Knau freuen sich auf ihr neues Kindergartengebäude, das bis August nächsten Jahres entstehen wird. Foto: Peter Cissek

Die Kinder der Tagesstätte Zwergenland in Knau freuen sich auf ihr neues Kindergartengebäude, das bis August nächsten Jahres entstehen wird. Foto: Peter Cissek

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Knau. Ein Grundstein dafür wurde am Freitagnachmittag mit dem ersten Spatenstich für den neuen Kindergarten gesetzt, der bis August nächsten Jahres für rund 960 000 Euro neben der Grundschule "Am Rittergut" entstehen soll.

Schule und Tagesstätte werden in doppelter Hinsicht näher zusammenrücken. Der neue Kindergarten soll aus vier wie Finger an der Hand angeordneten Modulen bestehen. "Damit wollen wir erreichen, dass die Gruppenräume von drei Seiten mit Licht durchflutet werden", erklärte Marco Weise vom Planungsbüro B+W Beierlein+Weise Architekten und Ingenieure aus Knau. "Und die Grundschule bildet in dem Gebäudeverbund den Daumen", ergänzte Tagesstättenleiterin Jana Kinitz. Sie ist eine von knapp 20 Aktiven des in Gründung befindlichen Bildungsvereins am Rittergut Knau. Auf Grundlage seines Konzeptes zur Ganztagsbetreuung sollen die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule intensiviert sowie die Bildungs- und Erziehungsarbeit aufeinander abgestimmt werden. So könnten Vorschüler noch stärker in den Unterricht schnuppern, aber auch die Hortkinder nebenan in der Tagesstätte besser und länger betreut werden.

"Tagestättenkinder werden die Sportanlagen der Schule nutzen, die Schüler dagegen im Kindergarten vorlesen", sagte das Vereinsmitglied in spe, Bianka Weise. Sie verspricht sich davon einen sanfteren Übergang vom Kindergarten in den Schulalltag: "Das Haus soll zudem eine Begegnungsstätte für Kinder, Vereine und Eltern werden." Denkbar wäre beispielsweise, dass die Kinder Dekorationsmaterial für den Faschingsverein basteln. Aber auch, dass Senioren des Ortes die Kinder für alte Handwerkstechniken begeistern, diese sich dann mit einem Programm zur Weihnachtsfeier revanchieren.

In dieser Woche, wenn die Nimritzer Firma Enke mit den Bauarbeiten beginnt, will der Bildungsverein zwei Bäume als Symbol des Zusammenwachsens pflanzen, sagte Jana Kinitz.

Die bisherigen Öffnungszeiten der Kindertagesstätte von 6 bis 17.30 Uhr sollen bei Bedarf regionaler Firmen, in denen die Eltern arbeiten, verlängert werden. Der Knauer Kindergarten "Zwergenland", der künftig den Zusatz "am Rittergut" tragen wird, soll von derzeit vierzig auf künftig sechzig Plätze erweitert werden. Neuer Träger der bislang kommunalen Tagesstätte wird die Arbeiterwohlfahrt Saale-Orla.

"Dieser Standort ist für uns sehr interessant, da die Bildung das vierte Standbein unseres Wohlfahrtsverbandes ist. Unser Kreisverband wird dann über sechs Kindertagesstätten verfügen", sagte Awo-Geschäftsführer Jürgen Kraft.

In den Neubau fließen rund 650 000 Euro Fördermittel, die über die regionale Leader-Aktionsgruppe bereitgestellt werden, informierte Hans-Ulrich Rabold vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung in Gera.