Ramelow: Rumänien bietet Energiepartnerschaft bei Gas an

dpa
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Bodo Ramelow (Linke, links), Thüringens Ministerpräsident und Bundesratspräsident, wird von Dominic Fritz, Bürgermeister von Temeswar, begrüßt. Ramelow hält sich zu einem dreitägigen Besuch in Rumänien auf.

Bodo Ramelow (Linke, links), Thüringens Ministerpräsident und Bundesratspräsident, wird von Dominic Fritz, Bürgermeister von Temeswar, begrüßt. Ramelow hält sich zu einem dreitägigen Besuch in Rumänien auf.

Foto: TSK/Jacob Schröter / TSK/dpa

Bukarest/Erfurt.  Nach den Worten von Bundesratspräsident Bodo Ramelow (Linke) kann sich Rumänien eine Energiepartnerschaft mit Deutschland vorstellen.

Rumänien kann sich nach den Worten von Bundesratspräsident Bodo Ramelow (Linke) eine Energiepartnerschaft mit Deutschland vorstellen. Es gehe dabei um eine mögliche gemeinsame Erschließung von Gasfeldern im Schwarzen Meer, sagte Ramelow am Mittwoch zum Abschluss einer dreitägigen Reise nach Rumänien der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorschlag sei bei einem Treffen vom rumänischen Ministerpräsidenten Nicolae-Ionel Ciucă in Bukarest gemacht worden. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sei darüber informiert.

Die Bundesregierung sucht als Konsequenz aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Alternativen zu russischen Gaslieferungen. "Eine mögliche Energiepartnerschaft mit Rumänien löst unsere aktuellen Gasproblem nicht. Aber es könnte eine Alternative für die zweite Hälfte der 2020er-Jahre sein", sagte Ramelow.

Ramelow: Mittel- und osteuropäischen Raum stärker beachten

Thüringens Ministerpräsident besuchte Rumänien in seiner Funktion als diesjähriger Bundesratspräsident mit einer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation. Anlass war die Unterzeichnung des deutsch-rumänischen Freundschaftsvertrages vor 30 Jahren.

Aus europäischer Sicht sei es dringend notwendig, sich deutlicher an die Seite Rumäniens zu stellen, sagte Ramelow. Rumänien sei in einer Region mit vielen Konflikten ein Beispiel für eine gute Minderheitenpolitik, sagte Ramelow. Generell müssten Deutschland und Europa "stärker in den mittel- und osteuropäischen Raum schauen". Dieser Teil Europas dürfe nicht dem Einfluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin überlassen werden. Rumänien gehört neben Kroatien und Bulgarien zu den jüngsten EU-Mitgliedstaaten.

Ramelow besuchte in Timişoara (Temeswar) Unternehmen, wo etwa 50.000 Menschen in Betrieben arbeiteten, die zu Unternehmen aus dem deutschen Sprachraum gehörten. Dort gebe es viele wirtschaftliche Anknüpfungspunkte, sagte Ramelow. Er habe bei seinen Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass Rumänien Interesse am dualen Ausbildungssystem habe. Er könnte sich vorstellen, dass Fachleute aus Thüringen bei der Berufsausbildung in Rumänien unterstützen könnten.

Bei dem Besuch spielte laut Staatskanzlei auch die Städtepartnerschaft Geras mit Timişoara eine Rolle, das 2023 europäische Kulturhauptstadt sein werde. Kommendes Jahr gibt es ein Gemeinschaftsprojekt "Gurrelieder von Arnold Schönberg" des Theaters Altenburg Gera und der Filarmonica Banatul Timişoara.

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