Rechtsextremistische „Atomwaffen Division“: Spur führt nach Thüringen

Mit Morddrohungen gegen mehrere deutsche Politiker sorgte eine sogenannte „Atomwaffen Division Deutschland“ für Aufsehen. Eine erste Spur führt nun zu einem Neonazi aus Thüringen.

Das Zeichen der „Atomwaffen Division Deutschland“ vor der Wewelsburg, die auch von der SS genutzt wurde.

Das Zeichen der „Atomwaffen Division Deutschland“ vor der Wewelsburg, die auch von der SS genutzt wurde.

Foto: t-online.de

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Die „Atomwaffen Division“ gilt in den USA als eine der gefährlichsten Neonazi-Gruppen und als extrem gewaltbereit. Ihr Ziel ist es, einen Rassenkrieg gegen Andersdenkende herbeizuführen. Einigen ihrer Mitglieder werden in den USA insgesamt fünf Morde zur Last gelegt.

Anfang November sorgte ein deutscher Ableger der Gruppierung mit Morddrohungen gegen die Grünen-Politiker Claudia Roth und Cem Özdemir für Aufsehen. Die erste Spur der „Atomwaffen Division Deutschland“ führt nun nach Thüringen.

Nach Recherchen von t-online und „ZDF heute“ soll ein Mann aus Eisenach über Internetforen Kontakt zu der Gruppierung in den USA aufgenommen haben. Unter anderem habe der Eisenacher Neonazi sich erkundigt, wie die Gruppierung ihre Videos zur Mitgliederansprache produziere. Einige Monate später sei das erste deutsche Video der Atomwaffen Division erschienen, unter anderem mit Ausschnitten eines Aufmarsches in Plauen, an dem der Eisenacher Neonazi teilnahm.

Bekannt geworden sind die Verbindungen des Mannes aus Thüringen in die internationale Neonazi-Szene durch ein Leck im großen Neonazi-Internetforum „Iron March“. Hier hatte der Mann aus Eisenach unter anderem geschrieben: „Deutschland ist meine Religion, Hitler ist mein Prophet“.

Nach Informationen der Linken Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss handelt es sich bei dem Mann „um einen bereits seit Jahren aktiven Neonazi, der tief in der extrem rechten Szene eingebunden ist und bei ‚Knockout51‘, einer Neonazi-Kampfsportgruppe, trainiert, die wiederum ans sogenannte ,Flieder Volkshaus’ der Geschäftsstelle der NPD angebunden ist.“ Bereits seit Jahren gelte Eisenach als eine Hochburg der extrem rechten Szene.

Nach den Recherchen von t-online und „ZDF heute“ soll der Eisenacher Neonazi auch in einem Forum für Sprengstoff-Fans mit Tipps und Rezepten aktiv gewesen sein. Dort soll er unter anderem erklärt haben, wie man aus einem Überraschung-Ei eine „tödliche kleine Bombe“ bauen kann.

Laut t-online wollte sich der Thüringer Verfassungsschutz zu dem Mann aus Eisenach nicht äußern. Die Behörde teilte demnach aber mit: „Der Verfassungsschutz prüft, ob die AWD auch in Thüringen in Erscheinung getreten ist.“

„Atomwaffen Division“: Wurde Neonazi am Flughafen gestoppt?

Kommentar: „Atomwaffen Division“: Wurde Neonazi am Flughafen gestoppt?

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