Rund 14.000 Menschen protestieren in vielen Thüringer Städten gegen Corona-Politik

dpa
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Polizisten beobachten den "Corona-Spaziergang" in Gera.

Polizisten beobachten den "Corona-Spaziergang" in Gera.

Foto: Peter Michaelis

Erfurt/Gera.  Gegen die Corona-Politik in Deutschland haben in Thüringen in zahlreichen Orten erneut Tausende Menschen protestiert.

An zahlreichen Orten Thüringens haben mehrere Tausend Menschen gegen die Corona-Politik in Deutschland protestiert. Landesweit seien 14.000 Menschen auf die Straße gegangen, teilte die Polizei in der Nacht zu Dienstag mit. Größtenteils seien die Versammlungen illegal gewesen. Vielerorts seien Menschen "durch starke polizeiliche Präsenz" von der Teilnahme abgehalten worden.

In Gera beteiligten sich rund 2200 Menschen an einer Demonstration, wie es weiter hieß. Sie hatten sich vom Platz am Theater aus auf den Weg gemacht. Einzelne Demonstranten waren demnach auch der rechten Szene zuzuordnen. In Erfurt zogen laut Polizei bis zu 600 Menschen bei einer nicht angemeldeten Aktion durch die Stadt. 22 Platzverweise wurden ausgesprochen.

In Altenburg beteiligten sich circa 1600 Personen an einem nicht angemeldeten sogenannten "Coronaspaziergang". Gegen 18 Uhr trafen sich circa 800 Menschen im Bereich des Marktes. Teilweise mit Kerzen liefen diese in der Folge durch die Innenstadt. Auch hier schlossen sich mehrere Personen im Verlauf an und folglich waren circa 1600 Menschen am nicht angemeldeten Aufzug beteiligt.

Mit Kerzen und Fackeln begaben zwischen 18:30 und 19:30 Uhr in Weida und Zeulenroda mehrere Personen auf die Straßen. In Weida kam es zu einem Aufzug von circa 70 Personen. Circa 370 Personen waren es in Zeulenroda.

Lautstark ihren Unmut kund getan haben in Greiz circa 200 Menschen. Dies trafen sich im Bereich der Carolinenstraße. Sie führten Kerzen und Fackeln mit sich und beteiligten sich an dem nicht angemeldeten Aufzug.

In Kahla zogen am Montagabend etwa 80 „Spaziergänger“ durch die Stadt. Die Polizei war kräftemäßig in anderen Orten gebunden und löste den teils versprengten Zug mit Corona-Kritikern nicht auf.

Auch in Eisenach waren rund 600 Demonstranten unterwegs, die teilweise den Verkehr behinderten. Dabei kam es zu einem Zwischenfall mit einem Autofahrer, der an der Weiterfahrt gehindert wurde. Er fuhr mehrfach an und verletzte einen Demonstranten am Knie. Andere Demonstranten schlugen auf sein Auto ein. Seitens der Polizei wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den 33-jährigen Autofahrer wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr eingeleitet. Der Verletzte erhielt eine Anzeige wegen des Verdachts der Nötigung.

In Jena versammelten sich auf dem Marktplatz bei einer angemeldeten Versammlung unter dem Motto "Für freie Impfentscheidung" rund 350 Personen. Zur gleichen Zeit fand eine Gegenveranstaltung mit rund 35 Teilnehmern statt. Hieraus versuchte eine weibliche Person mit Bier Kerzen in der Versammlung der Impfgegner zu löschen und verletzte dabei eine andere Person. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der Körperverletzung wurde eingeleitet. Später begab sich ein Gegendemonstrant in die sich auflösende Versammlung der Coronakritiker und entriss einer Person einen Flyer, welcher dieser in seiner Hand hielt. Der Störer erhielt einen Platzverweis. Aufgrund der Nichtbefolgung dieses Platzverweises musste die Person vorübergehend in polizeilichen Gewahrsam genommen werden.

Auch in anderen Städten gab es Proteste gegen die Corona-Politik mit laut Polizei jeweils mehreren Hundert Teilnehmern. Dazu gehörten Altenburg, Apolda, Arnstadt, Bad Salzungen, Ilmenau, Gotha und Hermsdorf. Die Thüringer Polizei kündigte an, sie werde "auch in den kommenden Tagen mit starker Präsenz im Einsatz sein, um die aktuelle Verordnungslage im Zusammenhang mit dem Pandemiegeschehen durchzusetzen".

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