Thüringen baut Sexualstraftäter-Datenbank auf

Thüringen wird ab Ende des Jahres die aus der Haft entlassenen Sexualstraftäter stärker kontrollieren. Dazu werde beim Landeskriminalamt eine Auskunftsdatei eingerichtet, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Bernd Edelmann, am Sonntag dem MDR THÜRINGEN.

Einmal aus der Haft entlassen, sollen rückfallgefährdete Sexualstraftäter in Thüringen künftig noch besser überwacht werden. Foto: ddp

Einmal aus der Haft entlassen, sollen rückfallgefährdete Sexualstraftäter in Thüringen künftig noch besser überwacht werden. Foto: ddp

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Erfurt. In der Datenbank sollen demnach rückfallgefährdete Triebtäter erfasst werden, die ihre Gefängnisstrafe verbüßt haben und bei denen eine anschließende Sicherungsverwahrung nicht möglich ist. Die Polizei müsse dann jeweils am neuen Wohnort entscheiden, wie sie den entlassenen Sexualstraftäter unter Kontrolle halte.

Die Möglichkeiten reichten von Gesprächen mit dem Bewährungshelfer bis zu zeitweiliger oder ständiger Überwachung. Das Landeskriminalamt werde entsprechende Empfehlungen aussprechen.

Nach Angaben von Edelmann ist die neue Datei mit dem Landesbeauftragten für Datenschutz abgesprochen. Die Datenbank werde nicht mit denen anderer Bundesländer vernetzt. Trotzdem sei ein Informationsaustausch mit anderen Ländern geplant, falls ein entlassener Sexualstraftäter umziehe.

In Thüringen wird in den nächsten Jahren die Entlassung von zwei verurteilten Triebtätern aus der Haft erwartet. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte die Praxis der "nachträglichen Sichrungsverwahrung" in Deutschland für unzulässig erklärt, weshalb sie nicht mehr über verurteilte Schwerverbrecher verhängt werden darf.

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