Thüringen lehnt Bau einer weiteren Stromtrasse strikt ab

Erfurt  Kritik an aktuellem Netzentwicklungsplan: Das Kabinett verabschiedete eine Stellungnahme zum Entwurf des Netzentwicklungsplans 2030.

Das Land lehnt den Bau einer weiteren Hochspannungs-Freileitung durch Südthüringen strikt ab. Der Freistaat leiste bereits viel für die Energiewende. Archiv-

Das Land lehnt den Bau einer weiteren Hochspannungs-Freileitung durch Südthüringen strikt ab. Der Freistaat leiste bereits viel für die Energiewende. Archiv-

Foto: Martin Schutt/dpa

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Das Land lehnt den Bau einer weiteren Hochspannungs-Freileitung durch Südthüringen strikt ab. Der Freistaat leiste bereits viel für die Energiewende. Er setze sich aber zugleich für eine faire Verteilung der Lasten ein. Einzelne Regionen dürften beim Netzausbau nicht übermäßig hoch belastet werden, erklärte Klaus Sühl, Staatssekretär im Infrastrukturministerium, am Dienstag in Erfurt.

Das Kabinett verabschiedete am Dienstag eine Stellungnahme zum aktuellen Entwurf des Netzentwicklungsplans 2030. Der wurde Anfang Mai von den Netzbetreibern vorgelegt und im August von der Bundesnetzagentur den Ländern zur Stellungnahme übermittelt.

Von der Thüringer Position hängt viel ab. Denn außer den beiden geplanten Gleichstrom-Höchstspannungsleitungen, die den Osten und den Westen Thüringens als Erdkabel durchqueren sollen, steht im aktuellen Netzentwicklungsplan auch ein weiterer Freileitungsneubau. Die unter dem Projektnamen P 44 geführte Stromtrasse ist quasi die Verlängerung der Thüringer Strombrücke, die – von Sachsen-Anhalt kommend – quer durch den Thüringer Wald Richtung Bayern gezogen wurde. Ein Teil der Trasse soll nicht bis ins bayerische Redwitz zu führen, sondern bei Schalkau nach Westen in Richtung Grafenrheinfeld abzweigen.

Die Landesregierung wird viel Öffentlichkeitsarbeit leisten müssen, um mit ihren Argumenten gegen das Projekt P 44 gehört zu werden. Aus dem Netzentwicklungsplan wird später der Bundesbedarfsplan, und der hat nach Beschluss des Bundestages dann Gesetzeskraft.

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