Thüringens Landtag wirbt für Wahl - auf Brötchentüten und Zapfsäulen

Erfurt  Bei der Landtagswahl 2014 hat nur etwa jeder zweite Wahlberechtigte seine Stimme abgegeben. Mit einer Kampagne will der Thüringer Landtag das für die kommende Wahl ändern. So etwas gab es seit der Wende noch nie im Freistaat.

Der Thüringer Landtag hat heute (19. Juni 2019) eine Kampagne zur Landtagswahl im Herbst dieses Jahres gestartet. Motto: "Demokratie: Gute Idee!". Ziel ist es, die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Die Mediengruppe Thüringen mit Geschäftsführer Michael Tallai (hinten rechts) gehört zu den mehr als 30 Partnern, die die Kampagne unterstützen. Foto: Elmar Otto

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Der Thüringer Landtag hat mit mehr als 30 Partnern eine Kampagne zur Wahlbeteiligung gestartet. Ziel ist es, im Herbst mehr Menschen als vor fünf Jahren zur Teilnahme an der Landtagswahl zu bewegen. Dass bei der Landtagswahl 2014 nur etwa 53 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hätten, «reicht uns nicht», sagte Thüringens Landtagspräsidentin Birgit Diezel am Mittwoch in Erfurt. Es müsse gelingen, die «überwiegende Mehrheit» der Wahlberechtigten zur Stimmabgabe zu bewegen. Sie hoffe auf eine Wahlbeteiligung von mindestens 60 Prozent der Stimmberechtigten.

Nach Angaben des Landtages läuft die Kampagne mit dem Titel «Demokratie: Gute Idee!» bis zum 27. Oktober - dem Tag der Landtagswahl. 22 Motive und Slogans sollen unter anderem auf 27 Lastwagen durch Thüringen gefahren werden. Auch auf Straßenbahnen, an Bahnhöfen und sogar auf Brötchentüten beim Bäcker und an Zapfsäulen von Tankstellen wird für Demokratie geworben. Im Internet ist die Kampagne mit einer eigenen Website sowie auf den Kanälen des Landtages in den sozialen Medien präsent.

Die Kosten für die Vorbereitung der Kampagne bezifferte ein Sprecher des Landtages auf 40 000 Euro. Um sie in den kommenden Monaten auf die Straßen zu bringen, stünden weitere 150 000 Euro zur Verfügung. Zu den Partnern des Landtages gehören neben Unternehmen auch Theater und verschiedene Hilfsorganisationen.

Diezel sagte, eine solche Kampagne zur Steigerung der Wahlbeteiligung habe es in Thüringen seit 1990 noch nicht gegeben. Gerade 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution sei es aber wichtig, sich bewusst zu machen, welche Vorzüge die Menschen in einer Demokratie genössen, zum Beispiel Meinungsfreiheit und das Wahlrecht. Auch die politische Lage in Europa mache es nötig, die Demokratie in diesen Tagen besonders zu verteidigen.

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