Thüringer Philologenverband kritisiert „Chaos durch Corona-Verordnung“

Erfurt.  Philologen und CDU kritisieren die Corona-Verordnung des Bildungsministeriums. So sei Fachunterricht nicht mehr absicherbar.

Anders als in Baden-Württemberg (Foto) gibt es in Thüringen im Unterricht bislang keine Maskenpflicht. Die CDU hält zumindest eine dringende Empfehlung des Bildungsministeriums zur Nutzung von Masken bei hoher landesweiter Inzidenz für angebracht.

Anders als in Baden-Württemberg (Foto) gibt es in Thüringen im Unterricht bislang keine Maskenpflicht. Die CDU hält zumindest eine dringende Empfehlung des Bildungsministeriums zur Nutzung von Masken bei hoher landesweiter Inzidenz für angebracht.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Der Thüringer Philologenverband kritisiert die neue Corona-Verordnung des Bildungsministeriums.„Nun herrscht Chaos an den weiterführenden Schulen im Freistaat“, sagt die TPhV-Landesvorsitzende Heike Schimke dieser Zeitung. Ein vernünftiger Fachunterricht sei nach diesen Bestimmungen nicht mehr absicherbar. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog.

Die Festlegung auf feste und voneinander getrennte Lerngruppen, die stets durch dasselbe allein dieser Lerngruppe zugeordnete pädagogische Team unterrichtet werden, bedeute, dass ein Mathelehrer – mit einem Zweitfach Chemie oder Physik –, der in Klasse 5 und 6 unterrichten soll, nun keinen Chemie- oder Physikunterricht mehr in den Klassenstufen 7 bis 12 erteilen darf, so Schimke.

Verständnis bei Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Ein Sprecher von Bildungsminister Helmut Holter (Linke) verteidigt das Vorgehen: Es sei klar, dass der landesweit ausgerufene eingeschränkte Regelbetrieb Einschränkungen bedeute. „Alles andere wäre die Quadratur des Kreises.“

Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zeigt man Verständnis für das ministerielle Vorgehen. „Aus meiner Sicht ist die Sicherheit aller deutlich wichtiger als den Fachunterricht abzusichern“, sagt GEW-Landeschefin Kathrin Vitzthum. Es liege jetzt in der Hand der Schulleitungen, so gut wie möglich zu planen, um den Ausfall des Fachunterrichts gering zu halten. Auch Vitzthum glaubt: Wir werden an der Stelle tatsächlich mit Einschränkungen leben müssen.“

Tischner fordert, die Verordnung zurückzuziehen

CDU-Fraktionsvize Christian Tischner fordert, die Verordnung zurückzuziehen. Er spricht sich für einen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht je nach steigender lokaler Inzidenz aus. „Priorität hat der Präsenzunterricht durch verschiedene Fachlehrer in der Klassenstufen 1 bis 6“, fordert er. In Klasse 7 müsse gegebenenfalls auf Heimunterricht umgestellt werden. Eine dringende Empfehlung des Bildungsministeriums zur Nutzung von Masken sei bei hoher landesweiter Inzidenz angebracht.

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