Weimarer Bündnis gegen Rechts übt Sitzblockade für 1. Mai

Korrektes Sitzen ist keine Frage der Etikette, sondern des Gewissens. Zur Anwendung kommt es an dem Tag, an dem die rechten Horden durch Weimar marschieren wollen, dem 1. Mai. Das Bündnis gegen Rechts ruft zur Sitzblockade auf.

Gehen oder bleiben: Darüber sollte in den Bezugsgruppen der Demonstranten Konsens herrschen. Gestern übte das BgR mit Bürgerinnen und Bürgern das Sitzen und Sich-wegtragen-lassen. Foto: Peter Michaelis

Gehen oder bleiben: Darüber sollte in den Bezugsgruppen der Demonstranten Konsens herrschen. Gestern übte das BgR mit Bürgerinnen und Bürgern das Sitzen und Sich-wegtragen-lassen. Foto: Peter Michaelis

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Weimar. Um die zu üben, hatte das Bürgerbündnis gegen Rechts (BgR) am Dienstagnachmittag zu einem Sitz-Training am Bahnhofsvorplatz und in der Carl-August-Allee eingeladen.

Weimars Demokraten wollen sich am kommenden Dienstag widersetzen. Das Training sollte ihnen die Angst vor Formen des öffentlichen Protests nehmen. Rund 30 Männer und Frauen, Junge und Alte, ließen sich von BgR-Aktivistin Rebekka Diekmann Grundlektionen im Gehen und Sitzen erteilen, die die Demonstranten auf ihre Begegnung mit der Polizei vorbereiten sollten.

"Halt, bleiben Sie stehen", rufen fünf Männer, die eine undurchdringliche Kette gebildet haben. Hier im Training spielen sie polizeilichen Einsatzkräfte - im richtigen Leben sind sie Studenten, Angestellte oder Rentner. Die Übung passiert für ihre Teilnehmer in dem Bewusstsein, unter bestimmten Umständen ordnungswidrig zu handeln, dabei aber vollkommen defensiv zu bleiben.

Am Tag X ist bei den Protestierenden taktisches Geschick gefragt. Zum einen gilt es, sich in kleinere Gruppen aufzuteilen, deren Mitglieder jeweils gemeinsam und aufeinander abgestimmt auftreten: Gehen oder Bleiben - darüber muss in jeder Gruppe Konsens herrschen. Zum anderen will auch das pazifistischste Instrument - das Hinsetzen - gelernt sein. Wer von der Polizei weggetragen wird, tut gut daran, die Beine vor sich aufzustellen und die Hände locker unter den Knien zu verschränken ...

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