AfD-Politiker schieben sich gegenseitig die Schuld zu

Schmölln/Altenburg  Vorsitzender der Kreistagsfraktion gibt sein Parteibuch ab, will aber in der Fraktion bleiben

Thomas Rudy (AfD).

Thomas Rudy (AfD).

Foto: Robin Kraska

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„Es hat mich überrascht. Ich wusste nicht, dass da was im Gange ist“, sagt Thomas Rudy, Direktkandidat der Alternative für Deutschland (AfD) für den Landtags-Wahlkreis 43, zum Parteiaustritt von Uwe Rückert. Dieser hatte seinen Schritt am Montag über seine Internetseite publik gemacht und dies eindeutig auf eine Verhinderungstaktik von Rudy zurückgeführt.

Rückert beschuldigt Rudy sowie seine Angestellte, „offen und verdeckt gegen mich und meine Direktkandidatur gearbeitet“ zu haben. Diese hätten ihn „unterminiert und angegriffen“, was dazu geführt habe, dass er schließlich nicht zur Wahl zugelassen wurde, weil seine Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht wurden. Dies lasse sich „nach Monate dauernden Agierens gegen mich gar nicht mehr anders darstellen.“ Rückert äußert die Vermutung, dass die beiden seine Aufstellung als Direktkandidat im Wahlkreis 44 durch „widerrechtliches Einbehalten meines Wahlvorschlages“ verhindert hätten. Für eine persönliche Stellungnahme war Uwe Rückert gestern nicht zu erreichen.

Zu den erhobenen Beschuldigungen äußert sich Thomas Rudy gelassen: „Er hat mehrere Erinnerungen vom Landesvorstand per E-Mail bekommen. Er war wohl enttäuscht, weil er dachte, die Vertrauensperson kümmert sich. Er ist ganz allein selber Schuld, wälzt die Verantwortung aber auf andere ab.“

Rudy erhebt ebenfalls Anschuldigungen gegen Rückert. Er habe versucht, ehrenamtlich tätige Parteimitglieder zu demontieren. Zum Beispiel, weil sein Name auf einem Einladungsbanner für Internetseiten erst als dritter genannt wurde. „Er kann nicht erwarten, dass alles stramm steht und gehorcht. Er muss sich das Vertrauen auch erarbeiten. Die AfD ist kein Kasernenhof“, spielt er auf den beruflichen Hintergrund Rückerts als Oberstleutnant an.

Ein Auseinanderbrechen der Kreistagsfraktion drohe aber nicht, sagt Rudy gelassen: „Er hat gesagt, dass er im Kreistag weitermacht.“ Rudy habe per Whatsapp die Parteimitglieder über den Parteiaustritt informiert und befragt. „Es gibt unterschiedliche Meinungen. Ich glaube nicht, dass sie ihn aus der Fraktion ausschließen.“ Auch wenn Rückert inzwischen zur Wahl der Blauen Partei auffordert. Auch Auswirkungen auf das Landtags-Wahlergebnis erwartet Rudy nicht. „Ich denke, das kostet keine Stimmen.“

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