Altenburger Bauernmarkt trotzt Regenwetter

Altenburg  Besucherströme flossen am Samstag in Altenburg etwas spärlicher, der Stimmung tat das aber keinen Abbruch

Bertram Burkhardt, Inhaber der Straußenfarm in Hartha gehört mit seinem Betrieb zur Stammbesetzung auf der Händlerseite des Bauernmarktes. Die Offerten der Gartenbauer aus der Region waren vor allem herbstlich.

Bertram Burkhardt, Inhaber der Straußenfarm in Hartha gehört mit seinem Betrieb zur Stammbesetzung auf der Händlerseite des Bauernmarktes. Die Offerten der Gartenbauer aus der Region waren vor allem herbstlich.

Foto: Jana Borath

Tiere, Technik, Trubel und noch ganz viel mehr – all das hatte der Altenburger Bauernmarkt am Samstag in der Kreisstadt zu bieten. Das Großereignis im Herzen Altenburgs lockte mit allerlei Angeboten für Alt und Jung. Zwar folgten auf Grund des nass-kalten Wetters etwas weniger Besucher als sonst diesem Ruf. Doch die Menschenströme rissen trotzdem nicht ab. Besonders ab den Mittagsstunden füllte sich das gesamte Marktareal zusehens.

Zur traditionellen Eröffnung riefen 9 Uhr die Jagdhornbläser vom Rathausbalkon, um 10 Uhr fand in der Brüderkirche der Erntedankgottesdienst statt.

Auf Grund der Wetterlage – am Samstagmorgen war es recht stürmisch gewesen im Altenburger Land – hatten kurzfristig einige Händler abgesagt. 46 statt der angekündigten 50 Stände waren aufgebaut. „Die Stimmung war trotzdem gut“, resümiert Katrin Hoh, Altenburgs Marktmeisterin für Spezialmärkte. Sie glaubt, dass auch der Brückentag am 4. Oktober und die heute beginnenden Herbstferien eine Rolle dafür spielten, dass sich beim Herbstbauernmarkt die Besucher diesmal nicht dicht an dicht drängten.

Eine Tatsache, die nicht wenige Gäste jedoch ganz gut fanden. „Ist doch toll. Da komm‘ ich wenigstens mal richtig an die Stände ran und kann mir Zeit lassen beim Schauen“, brachte es am Samstag Gundula Spranger aus Meuselwitz für sich auf den Punkt. Weil alles etwas geruhsamer zuging auf dem Bauernmarkt, konnte sie sogar mit dem einen oder anderen Händler ein kleines Schwätzchen halten. Für sie und ihre Mutter Gerlinde Lorenz sind die Bauernmärkte in Altenburg schon seit vielen Jahren ein Muss. „Das ist so schön, so viele regionalen Anbieter an diesem einen Ort zu treffen. Und sie geben sich so große Mühe. Da bekommt man einen guten Eindruck davon, wie vielfältig unser Altenburger Land ist“, schwärmte Gundula Spranger. Für ihren Besuch am Samstag hatten die beiden Frauen den Regen über dem Altenburger Land zunächst abgewartet. „Am Mittag war er vorbei und wir auf dem Altenburger Bauernmarkt“, sagte Gerlinde Lorenz lachend.

Zufrieden zeigte sich auch Bertram Burkhardt von der Straußenfarm in Hartha. Er und seine Frau Monika gehören mit den Produkten ihrer Tiere schon zur Stammbesatzung auf Händlerseite. Dass in diesem Jahr das Wetter nicht ganz so mitspielte wie sonst, machte ihnen nichts aus. „Wir sind ganz zufrieden. Außerdem haben wir so auch mehr Zeit, mit unseren Kunden ein Wort zu wechseln. Das ist wichtig. Inzwischen wollen sie nämlich sehr genau wissen, was wir tun, welche Produkte wir anbieten und wie wir überhaupt so arbeiten auf unserer Straußenfarm“, sagte Bertram Burkhardt.

Nicht ganz so zufrieden waren indes Friedheim und Marcel Jahn von der gleichnamigen Gärtnerei in Vollmershain. Auch sie gehören zur Stammbesatzung auf den Altenburger Bauernmärkten. Aber am Samstag lief es für sie gar nicht gut. „Es ist kein Pflanzwetter, es ist kalt und nass – viele unsere Kunden sind ausgeblieben“, bedauerte Marcel Jahn.

Über mangelnde Nachfrage hatte sich der Verein Altenburger Bauernhöfe dagegen nicht zu beklagen. Die Mühlenbrote konnte Berndt Apel gar nicht so schnell aus dem Ofen ziehen, wie sie über die Verkaufstheke wanderten. Auch die Kartoffelpuffer, die es immer am Stand dieses Vereines gibt, fanden – wie immer – reißenden Absatz.

Das große Plus des Bauernmarktes, so schätzt es Katrin Hoh ein, ist, dass sein Konzept ganz und gar auf Regionalität setzt. Man finde hier Produkte, die es nur im Altenburger Land gibt und vor allem hier hergestellt werden; beispielsweise Altenburger Ziegenkäse aus Hartha, Altenburger Senf, Wurst aus Lohma, Straußenfleisch und Mühlenbrot aus Lumpzig, besondere Kartoffelsorten aus Schwanditz, Ziegenmilch-Eis aus Jonaswalde oder Obstsorten aus Zschernitzsch.

„Auf jeden Fall so viel, dass ich immer mit vollen Einkaufstaschen wieder nach Hause fahre“, sagte am Samstag Gundula Spranger und verwies auf Kürbisse, Mühlenbrot und eine Schale Erbsensuppe, die sie sich hatte einpacken lassen.

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