Arschbomben retten die Stimmung in Gößnitz

Andreas Bayer
| Lesedauer: 3 Minuten
Der neunjährige Leo war mit Abstand der jüngste Teilnehmer beim Arschbombenwettbewerb und beeindruckte die Zuschauer mit zahlreichen Sprüngen vom Fünf-Meter-Turm.

Der neunjährige Leo war mit Abstand der jüngste Teilnehmer beim Arschbombenwettbewerb und beeindruckte die Zuschauer mit zahlreichen Sprüngen vom Fünf-Meter-Turm.

Foto: Andreas Bayer

Gößnitz  Freibadfest lockt wegen Regens nur wenige Besucher an

Das Schild am Eingang des Freibades las sich verheißungsvoll: Luft 20 Grad, Wasser 24 Grad Celsius. Doch das erfrischende Nass kam zusätzlich von oben, was die Stimmung beim Gößnitzer Freibadfest etwas eintrübte. „Das, was wir uns vorgenommen haben, ist leider ins Wasser gefallen“, sagte Andreas Brecht, Vorsitzender des Fördervereins attraktives Freibad. „Jetzt bekommen wir eine minimale Ausbeute im Verhältnis zu dem, was wir uns erhofft haben.“

Doch rund 130 hartgesottene Fans des Freibades ließen sich trotz des verhangenen Himmels den Spaß nicht nehmen. „Im letzten Jahr hatten wir 700 Gäste, da war es fast schon zu heiß“, sagt Marita Kramer am Einlass. Michaela Vater ergänzt: „Die jungen Leute vom Festival sind hart im Nehmen. Sie essen und trinken trotzdem und verbreiten gute Laune. Viele von ihnen halten uns seit Jahren die Treue.“ Weil man von den Besuchern des Open Air Gößnitz stets nur gutes Feedback erhalte, werde man den Termin am Festival-Wochenende auch beibehalten, betont Brecht.

Die Mitglieder des Schwimmsport- und Tauchsportvereins (STV) Limbach-Oberfrohna nutzen die Zeit, in welcher keine Besucher zum Schnuppertauchen vorbeikamen, für Reinigungsarbeiten. Mit einem Schrubber wurden Grünalgenablagerungen am Beckenboden entfernt. Später trauten sich dann doch einige zu Tauchlehrer Hartmut Reuther.

Auch wenn Attraktionen wie das Würstchenspringen und Wikingerschach abgesagt werden mussten, konnte am Nachmittag mit einiger Verspätung dann doch noch der Arschbombenwettbewerb stattfinden. Als gegen 14.45 Uhr das letzte Donnergrollen verhallt war, gab Bademeisterin Anne Rothe das Becken wieder frei. Justin aus Gößnitz, Jerry aus Taupadel und Kevin aus Crimmitschau (19, 19 und 23 Jahre alt) ließen sich von der Kälte nicht schrecken und sprangen sich ebenso ein wie der erst neunjährige Leo.

Kurz darauf war die getrübte Stimmung schnell vergessen, ein Jubeln und Johlen setzte ein, um die mutigen Turmspringer anzufeuern. Sieben Teilnehmer trauten sich in den Wettbewerb vom Drei-Meter-Turm, fünf Teilnehmer sprangen vom Fünf-Meter-Turm. Fachkundig beäugt von der dreiköpfigen Jury aus Janet Kahnt, Justine Hanns und Horst Flöthmann, die kritisch ihre Wertung abgaben.

Festival-Besucher Eckart aus Magdeburg, von allen nur „Ecki“ genannt, hatte mit Abstand die meisten und lautesten Fans mitgebracht. Dies mag dazu beigetragen haben, dass er sich so beflügelt fühlte und den Sieg vom Fünf-Meter-Turm erringen konnte. Vom Dreier gewann Teilnehmer Michi. Anschließend verließen die von weit her angereisten Gäste das Freibad zügig, um die erste Band auf dem Open Air Gelände nicht zu verpassen.

„Das Regen-Risiko hat man immer bei Freiluftveranstaltungen. Das ist schade, denn unser Aufwand ist ja trotzdem groß“, so Andreas Brecht. Das Gößnitzer Freibad ist bereits 63 Jahre alt, daher werde der Aufwand zur Erhaltung nicht geringer. Derzeit herrsche etwa dringender Bedarf, das Rohrsystem zu sanieren.