Baustart in der Schloss- und Parkanlage Tannenfeld im Oktober

Tannenfeld  Eigentümer müssen nach kleiner artenschutzrechtlicher Untersuchung noch so lange warten

Blick auf das Schloss Tannenfeld im Altenburger Land. Die Arbeiten dort sollen im ­Oktober 2019 beginnen

Foto: Jana Borath

Zwei Jahre ist es her, dass der Landkreis Altenburger Land die Schloss- und Parkanlage Tannenfeld verkauft hat – jetzt können die Arbeiten dort beginnen. Ab Oktober startet die Besitzerin, die Tannenfeld Verwaltungs GmbH mit Sitz in Leipzig, mit den ersten Maßnahmen. Diese werden zunächst Abrissarbeiten sein.

„Dafür brauchen die Besitzer des Areals keine baurechtliche Genehmigung“, so Birgit Seiler, Chefin des Fachdienstes Natur- und Umweltschutz des Landratsamtes Altenburger Land, auf Nachfrage von OTZ-Schmöllner Nachrichten.

Was das Unternehmen indes jetzt noch einholen musste, war eine weitere Untersuchung, dessen Erstellung Seilers Behörde vor Beginn der Arbeiten angeordnet hat. Der Grund: „Der Park und Teile der Gebäude befinden sich seit knapp zwei Jahrzehnten im Dornröschenschlaf. Wir haben die Vermutung, dass sich in dieser Zeit Tierarten, möglicherweise geschützte und seltene, dort angesiedelt haben“, erläutert die Fachdienstleiterin.

Vor gut vier Wochen habe es einen Vor-Ort-Termin mit den Eigentümern gegeben, die Gespräche seien sehr gut gelaufen. „Wir haben unser Anliegen erläutert, die Investoren haben kein Problem damit gehabt, dass wir eine kleine artenschutzrechtliche Untersuchung in ­Tannenfeld durchführen.“

Damit beauftragt wurde das Naturkundemuseum Mauritianum, das gestern den Investoren erste Untersuchungsergebnisse mitteilen konnte. Unter anderem habe man Fledermäuse beobachten können, so Burkhard Schreiber, Geschäftsführer der Tannenfeld-Verwaltungs GmbH. Das wiederum hat die Konsequenz, dass das Unternehmen jetzt bis Oktober warten muss, bevor es mit den Arbeiten beginnen kann. Dann, so bestätigt Birgit Seiler, ist die Brutzeit, die Zeit der Pflege und Hege bei den Tierarten, vorüber. „Unsere Untersuchung tangiert das Baurecht für Tannenfeld nicht. Dieses ist hergestellt“, betont sie. Nur jetzt sei Sommer und streng geschützte Arten dürfen in der Brut- und Hegezeit nicht gestört werden. Es gehe nicht darum, dass in Tannenfeld noch etwas grundsätzlich geprüft werden müsse.

Das geschah bereits in den vergangenen zwei Jahren. 2017 hatte der Landkreis Altenburger Land das Areal an die Tannenfeld-Verwaltungs GmbH verkauft, in der sich sieben Investoren unter anderem aus dem ­Altenburger Land zusammen gefunden haben.

Seitdem liefen die Vorbereitungen, Planungen und Genehmigungen. Ein umfangreiches Unterfangen, schließlich genießt die Gesamtanlage Tannenfeld den Status Kulturdenkmal nach dem Thüringer Denkmalschutzgesetz.

„Dass wir damit eine große Verantwortung übernommen haben, dessen sind wir uns von Anfang an bewusst gewesen“, betont Burkhard Schreiber. Dass sich der Auftakt für die Arbeiten in Tannenfeld nach der artenschutzrechtlichen Untersuchung noch um gut zwei Monate verzögert, sieht er in diesem Kontext. „Wenn das sein muss, dann ist das eben so.“

Mit Blick auf die Arbeiten ab Oktober informiert er, dass mit dem Abbruch der alten Gärtnerei begonnen wird. Dies werde per Hand geschehen, um historische Baustoffe sichern zu können. Der alte Schornstein wird ebenso abgerissen, wie der Anbau hinter dem Wasserturm sowie der alte Handwerkerhof neben dem Taubenhaus, das wiederum erhalten bleiben soll.

„Der Abriss“, so betont Schreiber, „wird nicht ungefährlich. Schließlich greifen wir mit schwerem Gerät in alten Bestand. So am Denkmal zu arbeiten, wird bautechnisch eine kleine Meisterleistung.“ Um die Sicherheit zu gewährleisten in dieser Zeit – der Abriss soll vier Wochen in Anspruch nehmen –, werde es zu Absperrungen kommen müssen in Tannenfeld.

Geplant ist, auf dem Areal stationäre und ambulante Pflege zu etablieren, unter anderem ist dafür ein Neubau geplant. Auch das denkmalgeschützte Schloss soll wieder genutzt werden, am liebsten gastronomisch. Die Pläne für die Schloss- und Parkanlage hatte die Investorengruppe bereits im September vergangenen Jahres in Tannenfeld vorgestellt. Insgesamt sollen über zehn Millionen Euro investiert werden.

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