Der Anglerverein Triebes rettet 2017 das Naturbad vor dem Aus

Triebes  Freibad-check Der Anglerverein Triebes rettet 2017 das Naturbad vor dem Aus. Zur Freude der Gäste

Die selbst ernannte Freibad-Familie besteht aus Freunden, die dem Naturbad seit Jahren die Treue halten. Hier seien die Atmosphäre und die Harmonie besonders. Zu den zirka 80 Prozent Stammgästen gehören auch Badefreunde aus Gera oder Falkenstein im Vogtland, sagt

Die selbst ernannte Freibad-Familie besteht aus Freunden, die dem Naturbad seit Jahren die Treue halten. Hier seien die Atmosphäre und die Harmonie besonders. Zu den zirka 80 Prozent Stammgästen gehören auch Badefreunde aus Gera oder Falkenstein im Vogtland, sagt

Foto: Benjamin Schmutzler

„Hallo Steffen, können wir noch einen Ball haben?“ oder „Kannst du uns kurz helfen?“ Im Naturbad Triebes ist Steffen Sorgalla Ansprechpartner Nummer eins. Den überwiegenden Teil der Badegäste kennt der Objektwart, geschätzte 80 Prozent kommen regelmäßig hier her. Es ist das einzige Naturbad im Umkreis und daher bei Stammgästen sehr beliebt.

Seit 1957 gibt es das Bad, das vor drei Jahren kurz vor dem Aus stand. Zum Glück der Badegäste übernahm der Anglerverein Triebes 2017 die Geschicke und betreibt das Naturbad seitdem mit finanzieller Unterstützung der Stadt und viel Engagement von Vereinsmitgliedern wie Steffen Sorgalla. Einige kleinere Baustellen habe der Verein bereits erfolgreich gestemmt. Andere Ideen und Projekte befinden sich in der Umsetzung. Schließlich wolle man den letztjährigen Besucherschnitt von 75 Personen pro Tag gern halten oder ausbauen. Wir schauten uns vor Ort um.

Ins Wasser gelangen Badegäste auf Wunsch über die Sprunganlage, die allerdings erst nächstes Jahr wieder in Betrieb genommen werden kann. Eine große, aufblasbare Rutsche sowie eine schwimmende Kinderspielinsel sind mitten auf dem Wasser zu finden. Im hinteren Teil des ­Bades führt ein 18 Meter langer Steg zum kühlen Nass.

Neben kleinen Fußballtoren, einem Klettergerüst und der Tischtennis-Steinplatte bietet das Bad einen großen Beachvolleyballplatz, zwei Federballfelder mit modernen Netzen und sogar ein Trampolin an.

Für die kleinen Gäste wird ein Spielplatz neu errichtet. Das Klettergerüst kann schon genutzt werden, Rutsche und Schaukel sind in Planung.

Für den Verleih von Feder-, Fuß- und Volleyball, Frisbee oder Tischtennisschlägern ­sowie Schwimmhilfen, Sandspielzeug, Wasserbällen und ­sogar zwei Stand-Up-Boards zum Paddeln ist lediglich ein Pfand zu entrichten.

Auf einer Schwimmfläche von insgesamt etwa 1500 Quadratmetern ist das Wasser von 20 Zentimetern im Nichtschwimmerbereich bis zu 3,20 Meter im Bereich der Sprunganlage tief. 50 Meter und mehr können hier problemlos absolviert werden.

Im vollständig biologischen Wasser werden keinerlei Chemikalien eingesetzt. Daher ist es für Allergiker geeignet. Im Schnitt beträgt die Wassertemperatur 24 Grad Celsius. Mindestens ein Rettungsschwimmer der Greizer Wasserwacht ist täglich vor Ort, zwei weitere seien auf Abruf einsetzbar.

Im Außenbereich kann sich auf der Wiese, auf Bänken und an Tischen ausgebreitet werden. Bäume und Schirme spenden dabei Schatten. „Kastanien, Buchen, Ahorn, Linden, Birken und Haselnüsse“ zählt Steffen Sorgalla auf.

Zwei Umkleidekabinen, jeweils zirka 30 Quadratmeter, und verschließbare Schränke können von Damen und Herren genutzt werden. Zudem verfügt das Bad über Herren- und Damentoiletten sowie Waschbecken mit Heißlufttrocknern. Eine ­Dusche mit Leitungswasser ist im Außenbereich nutzbar.

Jeden Donnerstag spielt auf dem Beachvolleyballplatz die ­Triebeser Volleyballgruppe, die Neulinge gern mitwirken lässt.

Am Freitag, 9. August, kann zum Nachtbaden im Schein der Fackeln geplanscht werden. Musikalisch begleitet das Duo Cori und Sven. Im Eintrittspreis von fünf Euro sind ein Sekt und eine Roster enthalten.

Am 13., 20. und 27. August heißt es „Yoga im Naturbad“ mit Ellen Aßmann. Die Yogalehrerin zeigt von 19 bis 20.30 Uhr verschiedene Einheiten, für die keine Vorkenntnisse nötig sind. Mitzubringen seien ein Badetuch als Mattenauflage, wenn benötigt Sitzkissen und die Teilnahmegebühr von zehn Euro pro Einheit. Davon gehen fünf Euro direkt an den Anglerverein zum Erhalt des Freibades.

Der Imbiss wird ebenfalls von Vereinsmitgliedern organisiert. Einer von ihnen ist Steve, der in seiner Freizeit die Bestellungen aufnimmt. Hier gibt es Herzhaftes wie Pommes, Currywurst und Schnitzel, aber auch süße Leckereien a la Eis, Kekse oder Schokolade. Einmal wöchentlich (meistens am Donnerstag) wird Forelle vor Ort geräuchert. Verdursten muss im Naturbad auch niemand. Ein 0,5 Liter Wasser kostet einen Euro, die kleine Fassbrause ist für 50 Cent und das gezapfte Bier in 0,4 Liter für zwei Euro zu haben. Zum besonderen Anstoßen gibt es auch einen Schnaps zu kaufen.

Morgen in unserem Freibad-Check: das Strandbad Zeulenroda an der Tourist-Information

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