Drei Brunnendörfer, Hartha, Boderitz und Lossen, ans Trinkwassernetz

Hartha/Lumpzig  Im Oktober sollen Arbeiten für Hartha, Boderitz und Lossen beginnen. Zweckverband übergibt Planungs- und Antragsunterlagen

Planungsingenieur Sven Köhler, ZAL-Verbandschef Marcel Greunke und Frederik Ahrens (v. l.) über den Planungen für Hartha, Lossen und Boderitz. Die drei Brunnendörfer sollen alsbald ans Trinkwassernetz angeschlossen werden können.

Planungsingenieur Sven Köhler, ZAL-Verbandschef Marcel Greunke und Frederik Ahrens (v. l.) über den Planungen für Hartha, Lossen und Boderitz. Die drei Brunnendörfer sollen alsbald ans Trinkwassernetz angeschlossen werden können.

Foto: Jana Borath

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Drei von insgesamt 17 Brunnendörfern im Altenburger Land, Boderitz, Hartha und Lossen, werden an das zentrale Trinkwassernetz angeschlossen. Das ist die gute Nachricht, die mit dem Besuch von Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnis 90/Die Grünen) gestern Vormittag das Altenburger Land erreichte. Dort bekam sie die Planungsunterlagen für dieses Vorhaben übergeben, die der zuständige Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL) bereits hat erstellen lassen.

Die Unterlagen werden jetzt fachlich geprüft, danach steht die tatsächliche Höhe der nötigen Investitionen fest, woraus sich wiederum die Höhe der Fördergelder ergibt.

Die Bearbeitung soll jetzt mit Turbotempo laufen, versicherte gestern Frederik Ahrens, vom zuständigen Referat Siedlungswasserwirtschaft im Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN).

Parallel dazu durchläuft die neue Thüringer Förderrichtlinie „Sonderprogramm Trinkwasserinfrastruktur ländlicher Raum“, die speziell für die Ablösung von Brunnendörfern im Freistaat aufgelegt wurde, die Ressortabstimmung in der Erfurter Landesregierung. Das Sonderprogramm soll noch ab diesem Jahr die Voraussetzungen schaffen für weitere Anschlüsse an die öffentliche Wasserversorgung. Schon im Oktober, so das ehrgeizige Ziel, sollen die Arbeiten beginnen, um Hartha, Boderitz und Lossen an das zentrale Trinkwassernetz anzubinden.

Einwohner von Hartha waren gestern beim Besuch der Ministerin vor Ort. Und sie schilderten im Gespräch, dass sich die Situation in ihrem Dorf nicht verbessert habe. War die Trinkwasserversorgung über die Brunnen bereits 2018 prekär, so hat sie sich im erneut heißen Sommer 2019 noch zugespitzt.

„Ich habe nur noch einen Meter Wasser im Brunnen“, schildert Anita Jakubassa die Situation in ihrem Haushalt. Und damit sei sie noch gut dran. Ihre Nachbarn seien schlimmer betroffen. Dort sei der Brunnenpegel bereits auf 20 Zentimeter gesunken.

Anlass für den Besuch von Umweltministerin Siegesmund war die Fertigstellung der beiden Trinkwasser-Hochbehälter des ZAL, mit denen Kleintauschwitz, Großbraunshain und Lumpzig an das zentrale Trinkwassernetz angeschlossen werden.

„Für uns ist das ein kleiner Meilenstein“, so ZAL-Verbandschef Marcel Greunke, zugleich Bürgermeister der Gemeinde Ponitz (CDU). Immerhin investiere der ZAL dafür eine Dreiviertelmillion Euro. Eingespeist wird nun Fernwasser aus der Talsperre Leibis. Jeder der beiden Hochbehälter fasst 150 Kubikmeter Wasser. Die neuen Hochbehälter sind auch die Voraussetzung dafür, um Hartha demnächst an die zentrale Trinkwasserversorgung anschließen zu können.

Mit dem geplanten Sonderprogramm für die Trinkwasserinfrastruktur im ländlichen Raum will die Landesregierung die Träger der öffentlichen Wasserversorgung – im Altenburger Land ist dies der ZAL – unterstützen, ihre Versorgungsgebiete durch technische Verbundlösungen zu sichern und im ländlichen Raum zu erweitern. Zugleich solle damit aber auch ganz individuell Abhilfe geschaffen werden, so Siegesmund. Beispielsweise bei sehr abgelegenen Privathaushalten mit Einzelbrunnen. Derzeit geht Siegesmunds Ministerium von einem langfristigen Förderbedarf von etwa zehn Millionen Euro aus.

Reicht diese Summe für insgesamt 17 Brunnendörfer im ­Altenburger Land? „Wir ­werden erstmal sehr gut damit arbeiten und einiges erledigen können“, so ZAL-Verbandschef Greunke. Die Ablösung der ­Brunnendörfer werde sicher mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

„Wenn wir sehen, dass das Geld nicht reichen wird, müssen wir eben nachfordern. Aber jetzt können wir erst einmal arbeiten und kommen sicher ein gutes Stück voran.“

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