Ein Ort des Innehaltens in der Kirche in Grünberg

Grünberg  Die Kirchgemeinde lädt zur musikalischen Andacht im Kerzenschein nach Grünberg

Blick in die Kirche Grünberg, wo jetzt auch zwei Maria-Figuren zu sehen sind.

Blick in die Kirche Grünberg, wo jetzt auch zwei Maria-Figuren zu sehen sind.

Foto: Jana Borath

Wenn an diesem Sonntag auch in Grünberg der 1. Advent gefeiert wird, werden mehr als einhundert Kerzen und Teelichter das Gotteshaus erleuchten. Weshalb Sonja Klein und all ihre fleißigen Helferinnen und Helfer aus dem Dorf, von der Gemeinde Ponitz oder aus Gößnitz bis dahin noch alle Hände voll zu tun haben. Windlichter stehen überall in dem im frühen 13. Jahrhundert errichteten Gotteshaus. Grüne Zweige müssen zugeschnitten werden, um sie schmückend in die Fenster zu legen. Der Adventskranz mit den vier dicken roten ­Kerzen ist bereits aufgestellt am Altar.

Erstmals seit langem sind diesmal auch zwei Figuren in der Kirche zu sehen: Maria mit Kind und eine trauernde Maria sind nach einer wahren Odyssee in diesem Jahr restauriert in die Grünberger Kirche zurück gekehrt. Lange lagerten die beiden Figuren auf dem Dachboden der Kirche, die 1988 wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste. Die Figuren wurden in die Kirche nach Weißbach bei Schneeberg ausgelagert, von dort aus ging es weiter nach Radebeul, wo sie nun restauriert wurden. „Es hat alles ganz schön lange gedauert“, so Sonja Klein vom Gemeindekirchenvorstand. Was auch daran lag, dass die kleine Kirchgemeinde auch erstmal das Geld für die Instandsetzung der Figuren zusammentragen musste. Davor wurde Schritt für Schritt die Sanierung der Grünberger Kirche organisiert und finanziert.

Dass all das gelang in und für die Grünberger Kirche, liegt laut Klein vor allem am guten Miteinander im Dorf und im gesamten Ponitzer Gemeindegebiet. „Auf den Bürgermeister ist einfach Verlass“, lobt Sonja Klein. Marcel Greunke sei ein guter Partner. Und mit ihm die Gemeinde. Die übernimmt ab 1. Januar kommenden Jahres den Friedhof Grünberg. „Damit fällt uns ein großer Stein vom Herzen“, erklärt Sonja Klein. Denn der Friedhof habe bereits auf der Streichliste der Kirchgemeindeverbandes Crimmitschau gestanden, zu dem die Grünberger zusammen mit der Heyersdorfer Kirchgemeinde gehören. Durch den Einsatz der Gemeinde Ponitz konnte die Schließung abgewendet werden. „Ein Friedhof gehört doch ins Dorf. Als Ort der Erinnerung, der Trauer und auch als ein Ort des Innehaltens.“

Innehalten sollen die Menschen auch am Sonntagabend in der Grünberger Kirche, wenn dorthin zur Adventsandacht geladen wird. „Advent ist mehr als Geschenke kaufen“, sagt Sonja Klein. Erstmals lädt die Kirchgemeinde diesmal zur musikalischen Andacht im Kerzenschein. Eine Premiere wie jene im vergangenen Jahr für den kleinen Weihnachtsmarkt vor dem Gotteshaus, bei dem es nur Selbstgebasteltes gab. Beide Veranstaltungen, so der Plan, sollen sich Jahr um Jahr abwechseln. Adventliche Texte, Lieder und leise Töne auf Orgel, Cello und Flöte werden nun dargeboten und sollen auf die besinnliche Vorweihnachtszeit einstimmen. Vor Beginn der Andacht und im Anschluss daran laden Glühwein und Plätzchen zum Verweilen und Plaudern ein.

Musikalische Andacht im Kerzenschein, Sonntag, 19 Uhr, Kirche Grünberg

Zu den Kommentaren