Ernteaussichten für Altenburger Land sind gut

Gardschütz  Kreisbauernverband des Altenburger Landes blickt optimistisch auf baldigen Erntestart. Befürchtungen sind nach Hitzesommer nicht eingetreten. Es regne immer zur rechten Zeit, heißt es aus dem Bauernverband.

Zwei Wochen vor Erntebeginn zeigen sich die Erzeuger im Altenburger Land optimistisch. Der heiße Sommer 2018 habe keine so großen Schäden verursacht, wie ursprünglich befürchtet. Auch für die Ernte 2019 erwarte man sehr gute Erträge.  Foto: Jana Borath

Zwei Wochen vor Erntebeginn zeigen sich die Erzeuger im Altenburger Land optimistisch. Der heiße Sommer 2018 habe keine so großen Schäden verursacht, wie ursprünglich befürchtet. Auch für die Ernte 2019 erwarte man sehr gute Erträge.  Foto: Jana Borath

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„Die Feldbestände, die wir heute sehen, sind durchaus ansprechend.“ Mit dieser guten Nachricht leitete Berndt Apel, Chef des hiesigen Kreisbauernverbandes, das diesjährige Erntegespräch am Donnerstag in der Gardschützer Mühle ein. 2019 sei ein Vegetationsjahr, das den Landwirten durchaus Freude bereite. „Natur, Boden, Wasser, Klima sind eine Freude“, sagt Apel. Zwar müsse die Ernte erst eingefahren werden, sagte er, doch könne man schon jetzt resümieren, dass die befürchteten Schäden nach dem Hitzesommer 2018 ausgeblieben seien.

Zwar habe der Boden nach wie vor keine Wasserreserven. „Die Kulturpflanzen leben vom Regen, und der fällt aktuell immer zur rechten Zeit und zum Glück zumeist gleichmäßig“, sagt der Kreisbauernverbandschef. Doch man könne zufrieden sein. „Unsere Pflanzen konnten bisher gut mit allem umgehen.“ Die hiesigen Erzeuger würden aktuell davon ausgehen, dass die Ernte in der ersten Juli-Woche beginnen könne.

In ganz Thüringen werde auf 18.600 Hektar rund 356.000 Tonnen Getreide angebaut. 5,2 Prozent davon entfallen auf das Altenburger Land. Die diesjährige Ernte könnte laut Apel demnach 146.000 Tonnen Getreide bringen. Auf 3900 Hektar wächst im Landkreis die Wintergerste, mit der überwiegend Rinder und Schweine versorgt werden. Weizen als Zentralkultur wächst auf 13.700 Hektar. „Das ist die bei uns am meisten angebaute Kultur“, erläutert Apel. Auf weiteren 6100 Hektar Fläche wächst Raps. Das sind 1000 Hektar weniger als 2018. „Ob sich dieser Trend fortsetzt, lässt sich momentan nicht sagen.“ Generell sei nach Worten Apels der Rapsanbau rückläufig. Relativ bescheiden im Anbau mit 400 beziehungsweise 600 Hektar nehmen sich Sommergerste und Roggen im Altenburger Land aus. Mais indes wächst in diesem Jahr auf 4150 Hektar Land. Silo- und Körnermais seien vor allem als Rinderfutter gefragt.

Mit den zu erwartenden rund 146.000 Tonnen produziere das Altenburger Land laut des Kreisbauernverbandschefs eine ganze Reihe Getreide für die Nahrungsmittelproduktion. „Das wird aus unserem Kreis exportiert und der Lebensmittelindustrie zur Verfügung gestellt.

Auch Reiner Hecht vom Kreisbauernverband und außerdem Fachmann in Sachen Qualitätsweizen bestätigte in Gardschütz: „Im vergangenen Jahr sahen wir alles grau bis ganz dunkel in Sachen Ernte. All unsere Befürchtungen sind insgesamt gesehen nicht so eingetreten.“ Futterknappheit sei nicht so aufgetreten, wie man das angesichts des Hitzesommers hätte erwarten können. Zudem hätten die Landwirte gut reagiert. In diesem Jahr werde vorsorglich auf 1000 Hektar mehr Mais angebaut. „Das ist eine Absicherung der Futterproduktion. Das gibt uns Sicherheit.“

Erfahrungsaustausch vor Erntestart ist wichtig

Erfahrungsaustausch sei unglaublich wichtig, lobte er die Reihe der Erntegespräche: „Es ist wichtig, dass wir uns in Sachen Saatgut, Bodenbearbeitung und Pflanzenschutz immer auf der sicheren Seite bewegen.“ Das Altenburger Land müsse sich nicht verstecken, , sagt Hecht. Jedoch sei die hohe Qualität des hiesigen Weizens nicht so bekannt. Die Ursache dafür sieht Hecht in der dürftigen Infrastruktur: „Wir verfügen weder über Wasserwege noch über nennenswerte Schienenstränge.“ Es sei schwierig, die Fahne der hiesigen Region hoch zu halten. Indes würden es die Produzenten sofort spüren, wenn der französische Weizen sehr gut sei oder es russischen Weizen im Überfluss gebe.

Arnfried Völlm, Referatsleiter des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Agrarzentrum Ostthüringen, war beim Gardschützer Erntegespräch ebenfalls dabei. Auch er war optimistisch hinsichtlich der aktuellen Ernteaussicht. Doch blickt er etwas skeptisch auf die Wettervorhersagen. „Die angekündigte Hitze bereitet mir einige Sorgen. Bleibt es zu trocken, macht der Weizen zu und schmiert dann ab.“

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