Geraer Klinikum steigt in häusliche Pflege ein

Greiz  Pflege mit Herz wird bis 2021 schrittweise vom SRH Wald-Klinikum übernommen

Annette Walter, Inhaberin von Pflege mit Herz in Gera.

Annette Walter, Inhaberin von Pflege mit Herz in Gera.

Foto: Katja Grieser

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Annette Walter hat sich Gedanken um die Zukunft von Pflege mit Herz gemacht. Die Inhaberin und Geschäftsführerin ist 59 Jahre alt, ihre Töchter sind in anderen Bereichen beruflich aktiv. Irgendwann will sie aber in Ruhestand gehen. Aber was wird aus dem Unternehmen mit seinen 53 Mitarbeitern? „Ich war glücklich, als ich vom SRH Wald-Klinikum gefragt wurde. Von dort gab es Interesse, in die häusliche Pflege einzusteigen“, sagt Walter, die in SRH einen „zuverlässigen Partner“ sieht.

Übernahmegarantie für Mitarbeiter

Inzwischen ist alles in Sack und Tüten. Im April wurde der Vertrag zwischen Pflege mit Herz, das in diesem Jahr 25. Geburtstag feiert, und dem Krankenhaus unterschrieben. Der Übergang erfolgt schrittweise. „Jedes Jahr werden Anteile des Unternehmens verkauft. Im Jahr 2021 ist der Übergang vollständig abgeschlossen“, erzählt die gelernte Krankenschwester. Dass es noch ein paar Jahre dauert, SRH und Pflegedienst bis dahin gemeinsam aktiv sind, freut Annette Walter. „So kann sich alles einspielen“, sagt sie. Neben der ambulanten Pflege kümmern sich die Mitarbeiter im Pflegeheim in der Geschwister-Scholl-Straße um die Patienten. Zudem gibt es noch eine Tagespflege, ein Angebot, das gern als Kindergarten für Senioren bezeichnet wird. Das bedeutet, dass ältere Menschen tagsüber betreut und beschäftigt werden. Sie werden aus der oftmals beklagten Einsamkeit am Tag herausgeholt. Angehörige schätzen das Angebot, weil sie auf diese Weise entlastet werden.

Für die Mitarbeiter von Pflege mit Herz – es sei der erste private Pflegedienst der Stadt gewesen – ändere sich nichts. Es gebe eine Übernahmegarantie, betont Annette Walter. „Es geht genauso weiter wie bisher“, beteuert sie und hofft, dass sich künftig wieder mehr Leute finden, die in der Pflege tätig sein wollen. Denn wie die meisten Unternehmen suche auch ihres Mitarbeiter. Pflege mit Herz zahle Tariflohn, die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten des Klinikums könnten nun genutzt werden. Die Patienten und deren Angehörige habe die Firmenchefin über die Neuerung noch nicht informiert. Vor allem deshalb, weil sich auch für sie nichts ändere, sie würden es überhaupt nicht spüren. Wenn sich Annette Walter endgültig aus dem Geschäft verabschiedet, dann werde sie auch mit den Patienten und deren Familien sprechen.

„Wir freuen uns, dass sich ein anerkanntes, regionales Unternehmen für uns entschieden hat“, sagt Uwe Leder, Geschäftsführer des SRH Wald-Klinikums Gera. Das gemeinnützige Gesundheitsunternehmen erweitere damit sein Versorgungsangebot. Etwa 1000 Patienten seien jährlich nach dem Klinikaufenthalt erstmals auf ambulante oder stationäre Pflege angewiesen. Und die Nachfrage nach Pflege zu Hause wachse. Beide Seiten könnten nun vom Knowhow des anderen profitieren, so Leder. Ziel sei es, den ambulanten Pflegedienst gemeinsam weiterzuentwickeln.

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