In Altenburg den Steinen auf der Spur

Altenburg  Zum Start der Ferien treten Kinder in die Fußstapfen des Geologen und Mineralogen Alexander von Humboldt

Nicht nur ansehen, sondern auch anfassen konnten die Kinder die Steine. Lutz Gebhardt stellte ihnen die verschiedenen ­Arten vor.

Nicht nur ansehen, sondern auch anfassen konnten die Kinder die Steine. Lutz Gebhardt stellte ihnen die verschiedenen ­Arten vor.

Foto: Katja Grieser

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Konrad ist fasziniert von der japanischen Riesenkrabbe, die als Präparat im Naturkundemuseum Mauritianum zu sehen ist. Am Sonntag zur Ferienauftaktveranstaltung standen aber nicht Tiere, sondern leblose Dinge im Mittelpunkt. „Das interessiert mich auch“, sagt der Siebenjährige, der mit Schwester und Eltern zu „Glitzernde Steine – Mineralogie für Kinder“ gekommen war. Auch der achtjährige Mike aus Erfurt, der zu Besuch bei seiner Oma ist, wartete gespannt auf das, was ihnen Lutz Gebhardt über die Steine zu erzählen hatte.

Eine Keramikfliese kann beim Bestimmen helfen

„Wir wollen den Kindern die Möglichkeit geben, Steine auch einmal anzufassen. Sonst sind sie ja in Vitrinen, wir wollen sie aber erlebbar machen“, erklärt Gebhardt das Anliegen und zeigt ein Mineral, das die Mädchen und Jungen besonders faszinierte. „Wann kann man schon mal ein so großes Stück Silber in die Hand nehmen?“, so Lutz Gebhardt, der den Kindern erklärte, wie man mit Hilfe einer Keramikfliese oder einer alten Sicherung mehr über einen Stein erfahren kann. Reibt man den auf der Fliese, dann verrät die zurückbleibende Farbe schon etwas über die Art des Minerals. Ein Magnet hilft ebenfalls, den Steinen auf die Spur zu kommen. „Der hier klettet sich nicht an“, ruft eines der Mädchen. Mit dem Magnolith, den die Kleine als nächstes ausprobierte, hatte sie schon mehr Glück – der ist magnetisch.

Unmöglich war es natürlich, den Kindern alle 5000 Minerale vorzustellen. Deshalb hat sich das Museumsteam entschlossen, dass sich die jungen Gäste an den verschiedenen Stationen hauptsächlich mit Quarz beschäftigen sollen. So fanden sie unter anderem heraus, dass Quarz Glas zerkratzen kann. Wer wollte, konnte sich ein eigenes „Mineral“ fertigen – aus Papier wurden die verschiedenen Kristallformen gebastelt. Und Inga Endtmann, die eine Station betreute, zeigte den Besuchern, wie unterschiedlich Achate aussehen können. Die aus dem Altenburger Land sind übrigens besonders farbenfroh, wie an einem Exemplar gut zu sehen war. Dass die Kinder am Sonntag in die Fußstapfen von Alexander von Humboldt als Geologe und Mineraloge treten konnten, hängt mit dem Jubiläumsjahr zusammen. In diesem Jahr wird der 250. Geburtstag des Universalgelehrten gefeiert und im Mauritianum Altenburg gibt es deshalb nicht nur eine Ausstellung, sondern auch Vorträge und eben auch Kinderveranstaltungen.

Drei weitere Museen im Altenburger Land ziehen mit Humboldtausstellungen in diesem Jahr noch nach. Am 18. August wird im Altenburger Residenzschloss die Schau „Herzöge auf Spitzbergen, Prinzen am Amazonas: Adlige Entdecker in der Nachfolge Humboldts“ eröffnet, am 22. August im Lindenau-Museum „Altenburg und die Welt“. Schließlich wird am 1. September ins Museum Burg Posterstein zur Eröffnung der Ausstellung „Aus Schönheide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836-1905)“ eingeladen.

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