Jazzklub eröffnet Filmfest in Altenburg mit außergewöhnlichem Konzert

Altenburg  „Max Andrzejewski´s Hütte & guests play the music of Robert Wyatt“ am Freitag im Paul-Gustavus-Haus

Max Andrzejewski´s Hütte.

Max Andrzejewski´s Hütte.

Foto: Karl-Heinz Veit

Die Sommerpause beim Jazzklub Altenburg ist vorbei und der Musik-Förderverein legt gleich bei seinem ersten Konzert im zweiten Halbjahr mit einer Premiere los. Denn dann ist der Jazzklub mit dem Konzert am Freitag, 13. September, 20 Uhr, im Paul-Gustavus-Haus Altenburg mit der Band „Max Andrzejewski´s Hütte & guests play the music of Robert Wyatt“ Teil vom erstmals ­stattfindenden Filmfest Altenburg.

Zur Eröffnung des dreitägigen Cinematic Festivals wird es zunächst den Eröffnungsfilm „Paradox“ (Niederlande) geben, ehe dann gleich im Anschluss die sechsköpfige Band um den in Berlin lebenden Schlagzeuger Max Andrzejewski die Bühne in der Fabrikhalle des Paul-Gustavus-Hauses betreten wird.

Das neue Programm von Max Andrzejewski´s gefeierter Band Hütte – mit Gästen und zum ersten Mal mit einem Tribute – dreht sich um den großen ­britischen Antihelden Robert Wyatt. Damit geht die Band nach einer exzessiven Mittelamerika-Tour auch hierzulande auf Reisen und präsentiert das neue Album: „Max Andrzejewski´s Hütte & guests play the music of Robert Wyatt“.

Robert Wyatt, eine der lebenden Ikonen alternativer Musik und Schöpfer „wärmender Outsider-Balladen“, freute sich über diese Auseinandersetzung mit seinem Werk.

Wyatt, der Schlagzeuger und ein Gründungsmitglied von „Soft Machine“ und „Matching Mole“, Vertreter der sogenannten Canterbury-Szene in den ­60er- und 70er-Jahren; seit seinem Fenstersturz 1973 ist er querschnittsgelähmt und mit anrührender Stimme und einer wieder und immer wieder anderen Musik unterwegs. Ein Exzentriker, der bei aller gnadenlosen Analyse der Gesellschaft seinen Humor und die feine Ironie nicht vergisst.

„Als ich das zum ersten Mal gehört habe“, erinnert sich Max Andrzejewski, „hat mich das sehr berührt.“ Zerbrechlicher Gesang, schrullige Arrangements und eine stets ein bisschen verwirrende Mischung der Instrumente. Da kam die Einladung der 42. Leipziger Jazztage zu einem britischen Tribute-Programm im vergangenen Jahr gerade recht. Andrzejewski entschied sich für Robert Wyatt, wohl auch weil er Parallelen zu seinen Hütte-Alben hörte und Wyatt als einen integren Bruder im Geiste wahrnahm.

Brüche und Stilwechsel übertragen

Dessen schnelle Brüche und harte Stilwechsel übertrug der 33-jährige Drummer in seine Sprache und das zu diesem Anlass zusammengestellte Sextett blieb auch über den Festivalauftritt hinaus stabil. In neun Songs werden große Bögen gespannt, ein Sound wird kreiert, der zurückverweist auf den Miles Davis von „Bitches Brew“. Farbenreich, detailscharf und fern des Epigonalen erkennt man die Musik der Originale wieder und hört sie doch vollständig neu.

Die ausdrucksstarke Stimme Cansu Tanrikulus raut die Songs weit jenseits des Cleanen auf. Dazu erdiges Saxofon von Johannes Schleiermacher oder schwelgerische Flöten, ein stoischer Bass von Andreas Lang, Keyboardschwaden, punktgenaues Schlagzeug und Gitarrenlinien von Tobias Hoffmann, wie man sie im Rock noch nicht gehört hat. Eine Mischung, die das Abgründige einfängt.

Die Karten für das Konzert gibt es bereits im Vorverkauf ­sowohl bei der Altenburg Tourismus GmbH am Markt 17 als auch bei der Tourismusinfor­mation Altenburger Land am Markt 10 sowie als Reservierung über die Jazzklub-Homepage www.jazzklub-altenburg.de und natürlich auch an der Abend­kasse.

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