Merine Woche: Jana Borath über Ernüchterung, Kurioses und Überraschungen

Auf die Stadtratssitzung in Schmölln war ich diesmal ­besonders gespannt. Wann in Schmölln und Gößnitz tagen deren Stadträte schon mal ­gemeinsam?

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Das Ereignis war indes ernüchternd. Anfangs bangte man sogar um die ­Beschlussfähigkeit, so gering war die Teilnahme. Lücken klafften sowohl in den Reihen der Pleißestädter als auch der Sprottestädter. Am Thema kann es nicht gelegen haben. Die nachhaltige Entwicklung beider Kommunen im Verbund ist so unwichtig nicht. Zumal die Gewählten immerhin 18 Monate Arbeit in das vielseitige Papier gesteckt haben, um es praktikabel zu machen. Kurios statt spannend wurde es dann etwas später an diesem Sitzungsdonnerstag. Die Kosten fürs neue Trennsystem im Industriegebiet Nitzschka verdoppeln sich von zwei auf vier Millionen Euro. Weil man nun doch zwei Leitungen braucht, um Regen- und Schmutzwasser getrennt aufzunehmen. Und weil das bereits vorhandene Rohr, das offenbar weiter genutzt werden sollte, zu klein dimensioniert ist. Na, so eine Überraschung. Zwei Rohre für zwei verschiedene Abwasserarten. Und ein Kanal, der nach etwa 25 Jahren bei kontinuierlichem und zum Teil sehr deutlichem Wachstum der nutzenden Firmen zu klein geworden ist für seine schmutzige Fracht. Ich bin zwar kein Ingenieur. Doch ob es einen solchen gebraucht hätte, um 2017 eine annähernd realistische Kostenschätzung für ein modernes Abwassertrennsystem in einem florierenden Industriegebiet auf die Beine stellen zu können? Ich bezweifle das. Zumal Bürgermeister Schrade erst jüngst sehr reumütig ein ähnliches Missgeschick eingestehen musste. Da ging es um die Planungskosten für den nie gebauten Container-Kindergarten, die sich auf rund 40.000 Euro verdoppelt hatten. Aber vielleicht sitzt im Rathaus das Geld gerade sehr locker. Wenn dem so ist, könnte die Stadt der Stützpunktfeuerwehr ein ganz neues Löschfahrzeug spendieren. Die Wartezeit auf die Förderung vom Freistaat Thüringen ließe sich so womöglich deutlich verkürzen. Für diese Extra-Ausgabe wäre vielleicht auch keine peinliche Ausrede nötig .

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