Ponitz wird zur Sackgasse

Ponitz  Wegen Bauarbeiten muss Ortsdurchfahrt Ponitz für mehrere Wochen komplett gesperrt werden

Ein Blick in die Baugrube am Mühlenweg zeigt die schwierige Lage: Wegen der Vielzahl an Rohren und Leitungen, die zum Teil nicht auf den Karten verzeichnet sind, muss eine Fahrspur der Crimmitschauer Straße aufgerissen werden, die andere Spur benötigt der Bagger.

Ein Blick in die Baugrube am Mühlenweg zeigt die schwierige Lage: Wegen der Vielzahl an Rohren und Leitungen, die zum Teil nicht auf den Karten verzeichnet sind, muss eine Fahrspur der Crimmitschauer Straße aufgerissen werden, die andere Spur benötigt der Bagger.

Foto: Andreas Bayer

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Die Ortsdurchfahrt von Ponitz muss an ihrer empfindlichsten Stelle für mehrere Wochen komplett gesperrt werden. Konkret geht es um die Kreuzung im Zentrum des Ortes, an welcher Gößnitzer, Meeraner und Crimmitschauer Straße mit dem Mühlenweg und dem Pfarrberg zusammentreffen.

„Wir brauchen freien Bauraum“, fasst Uwe Schneider nach der Bauberatung zusammen. Der Bauoberleiter von der IWS Ingenieurgesellschaft für Bauwesen Gera macht die komplexe Belegung im Kreuzungsbereich dafür verantwortlich, dass man eine Fahrspur der Ortsdurchfahrt in Sichtweite des Renaissanceschlosses aufreißen müsse. Eine Telefonleitung, Niederspannung, Mittelspannung, mehrere Gasleitungen sowie eine alte Trinkwasserleitung seien bereits freigelegt. „Es ist nicht überall nachvollziehbar, woher die Leitungen kommen“, so Schneider. „Das ist das Problem beim Bauen im Altbestand. Wir kämpfen jetzt darum, dass wir freie Trassen finden.“

Dafür müsse es einen größeren Eingriff in die Landesstraße geben, die Kreuzung komplett gesperrt werden. „Vier Wochen wird das dauern, vielleicht auch sechs“, spricht Schneider das aus, was beim Ponitzer Bürgermeister gar nicht gut ankommt. „Ich kann das so nicht ganz akzeptieren“, sagt Marcel Greunke (CDU) auf Nachfrage. „Der Zeitraum der Vollsperrung muss auf zwei bis drei Wochen gestrafft werden, danach muss es halbseitig funktionieren.“ Man habe eine Spedition im Ort, auch das Café, das gerade zu dieser Jahreszeit die meisten Besucher zähle, müsse erreichbar sein.

Für Fußgänger und Radler bleibt ein Durchgang

Wichtig sei auch, dass Fußgänger und Radfahrer durchgängig die Kreuzung passieren könnten. Dies habe ihm Schneider bereits zugesichert, so Greunke. Auch der Übergang von der Meeraner zur Crimmitschauer Straße soll befahrbar bleiben.Im Kreuzungsbereich selbst muss ein neuer Regenwasser-Sammler mit einem Durchmesser von 120 Zentimetern eingelassen werden. „Das ist ein relativ großes Einzugsgebiet, bei Regen kommen hier mehrere hundert Liter pro Sekunde an“, so Uwe Schneider.

Noch während er das Knäuel an Rohren und Leitungen inspiziert, erscheinen zwei Mitarbeiter des Stromnetzbetreibers Mitnetz auf der Baustelle. Schneider hat sie gerufen, weil in der Baugrube eine Stahlrohrleitung aufgetaucht ist, deren Zweck man sich nicht erklären kann. „Meins ist es nicht“, sagt Bauleiter Harald Fritsch von der Hoch- und Tiefbau GmbH Crossen scherzhaft. Aber auch die Fachleute von Mitnetz können nur rätseln, haben das erforderliche Gerät zur Spannungsprüfung nicht dabei. Uwe Schneider vermutet, dass die Leitung einst die Mühle versorgte.

Nach der Intervention von Greunke habe man sich auf einen Kompromiss verständigt, so Uwe Schneider gestern am Telefon: „Wir reduzieren die Maßnahme, werden so wenig wie möglich in den Kreuzungsbereich eindringen.“ Unmittelbar nach den Sammlern für Regenwasser und Schmutzwasser werde man aufhören. So sei es möglich, die Vollsperrung auf circa 14 Tage zu reduzieren. Darum werde eine Regenwasser-Leitung aus der Crimmitschauer Straße mit 30 Zentimetern Durchmesser nur provisorisch eingebunden. Auch das Trennsystem für den Schmutzwasser-Sammler wird nicht wie geplant umgesetzt. Die getrennte Fassung der Abwässer für den Pfarrberg und die Meeraner Straße werden erst zu einem späteren Zeitpunkt baulich umgesetzt.

Die Umleitung wird aller Voraussicht nach bereits nächste Woche beginnen und dann bis Ende August andauern, vermutet Schneider. Nach Auskunft des Bürgermeisters werde die Umleitung über die Bundesstraße 93 verlaufen.

„Wir haben straff zu tun bis Jahresende“, sagt Bürgermeister Marcel Greunke. Der Hauptteil der Arbeit liege nun beim Zweckverband Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL), dessen Vorsitzender er zugleich ist. Eine spannende Frage sei auch, ob die Straßenausbaubeiträge erhoben würden. Dies wäre eine erhebliche Belastung für die Anwohner. Darum hoffe die Gemeindeverwaltung, dass die Landesregierung wie angekündigt darauf verzichte.

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