Prachtvolle Verschlusssachen im Knopfmuseum Schmölln

Er könnte noch mehr. Mehr zeigen und mehr erzählen. Das betont Klaus Köstner nicht nur einmal. Aber mehr Knöpfe passen nicht in die drei Vitrinen im Schmöllner Knopfmuseum, ohne das es unübersichtlich wird und der Besucher den Knopf-Koller bekommt.

Neue Ausstellung im Knopfmuseum in Schmölln: Aus der Sammlung der Kulmbacherin Friederike Köstner werden im Knopfmuseum 500 Knöpfe gezeigt.

Foto: zgt

Schmölln.

500 dieser Verschlusssachen, die schönste der Welt, wie Köstners Ehefrau Friederike meint, werden bis zum 30. September in Schmölln gezeigt. Die Sammlung, so heißt es, gehört zu den bedeutendsten der Welt. Nicht nur das Schmöllner Knopfmuseum reiße sich um die Schau.

Eines fällt dabei bereits ohne die Erklärung des Experten auf: Die Knöpfe haben mit dem doppelt oder vierfach gelochten, meist Plastik-Scheiben, von heute wenig gemein. Vielmehr sind es Kunstobjekte. Oder begehrenswerte Statussymbole aus einer Zeit, die die Mercedes S-Klasse nicht kannte.

Oder es sind Auszeichnungen. Jene beispielsweise, die Iwan der Schreckliche verlieh. Die großen Kugeln, Mohnknospen nachempfunden, haben einen langen Stiel, so dass sie durch einen dicken Pelz passen würden. Und sie stehen im Kontrast zum ältesten Exemplar der Sammlung.

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Der ägyptische Glasknopf ist etwa 3500 Jahre alt. Hält man ihn ins Licht schimmert er wunderbar blau.

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Die Knöpfe mit dem Porträts des Maharadscha und Maharani: Die filigranen Bildchen wurden mit einem Einhaarpinsel auf pures Gold gemalt.

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Dass Knöpfe nicht nur rund sein müssen, beweisen die Stücke aus der Sammlung der fränkischen Adelsfamilie, der Freiherren von Würtzburg, auf denen das Wasserschloss Mitwitz zu sehen ist.

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Die wohl größte Sammlung mit den motiven der bildhübschen Schauspielerin Sarah Bernhardt ist im Besitz der Kulmbacher. Dieser exemplarische Knopf ist in Silber gearbeitet.

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Der Elfenbein-Knopf birgt noch ein Geheimnis. Die Sammler wissen nicht, welchen Wappen er trägt. Für Hinweise wären sie dankbar.

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In den orientalischen Knopf sind feine Edelsteine eingearbeitet – die Träger konnten es sich offenbar leisten.

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Das Exemplar aus Japan aus Silber und Gold zeigt einen mehrstufigen Aufbau, der die Pflanzen und Insekten plastisch erscheinen lässt.

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In Gold eingefasst beinhaltet dieser Knopf ein Mosaik, dass auch hier beinahe dreidimensional wirkt.

Eine besondere Stellung in der Sammlung haben die Knöpfe des Jugendstil-Künstlers Patriz Hubers, die er 1902 für die Firma Fahrner in Pforzheim geschaffen hat. Sie, so der Sammler, seien die wohl wertvollsten Exponate der Ausstellung. Nur wenige Arbeiten des früh verstorbenen Künstlers gibt es. Die Entwürfe Hubers sind auch einer der Gründe, für die Leidenschaft Friederike Köstners.

Doch nicht allein. Seit ihrer Kindheit sei sie begeistert von Knöpfen. Beim Betrachten von historischen Modestichen sei sie auf die Idee gekommen, die Objekte zu sammeln. Heute ist sie von der reizvollen Ästhetik fasziniert und ebenso von ihrer Geschichte, die keinesfalls bis ins Detail erforscht ist. Ein paar Bücher gäbe es, sagt Klaus Köstner, doch das meiste sei Neuland. Irgendwann wollen die Sammler selbst eines schreiben.

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