Residenzschloss Altenburg wird zur Playmobil-Welt

Altenburg  Schloss- und Kulturbetrieb Altenburg will mit Familienausstellung auch überregional Besucher anziehen.

Oliver Schaffer ist der Sammler, der bereits zahlreiche Playmobil-Schauen im In- und Ausland organisiert hat.

Oliver Schaffer ist der Sammler, der bereits zahlreiche Playmobil-Schauen im In- und Ausland organisiert hat.

Foto: Florian Voß

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Der Schloss- und Kulturbetrieb hat Großes vor. Die größte Playmobil-Ausstellung Deutschlands soll in den Wintermonaten in das Residenzschloss Altenburg locken. Das 80 Quadratmeter große Diorama „Königreich der Schneekristalle“ im Festsaal des Schlosses wird dabei der Höhepunkt sein. Um die 1000 Figuren und ungezählte Einzelteile werden allein dazu verbaut werden.

„Unsere letzte Weihnachtsausstellung galt der Altenburger Kunsthütte, sie wurde sehr positiv aufgenommen, war aber kulturgeschichtlich ausgelegt und kein Renner für Familien. Dieses Jahr drehen wir den Spieß um: Wir wollen einen großen Renner für Familien bringen“, sagt Schloss- und Kulturdirektor Christian Horn.

Der Schloss- und Kulturbetrieb erweitert dazu auch den üblichen Bereich der Wechselausstellungen erheblich. Neben den gewohnten Flächen im Erdgeschoss wird zusätzlich der Festsaalflügel bespielt werden. Sowohl die repräsentativen Flure, das Vorzimmer sowie der Festsaal selbst werden die erweiterte Kulisse für die Ausstellung mit den kleinen Plastikfiguren bieten.

Gewonnen hat man für das ehrgeizige Unternehmen den Künstler und Ausstellungsmacher Oliver Schaffer, der mit seinen Schauen bereits bundesweit Erfahrung sammeln konnte. Schaffer verwandelt renommierte Museen in fantasievolle Spielzeug-Landschaften. Er besitzt mit mehr als 100.000 Figuren und über einer Millionen Einzelteilen die größte Playmobil-Schausammlung der Welt. Mit diesen kreiert er einzigartige thematische Ausstellungen, so zum Beispiel 2009 im Pariser Musée des Arts décoratifs im Westflügel des Louvre.

Die Ausstellung erfolgt dabei in offizieller Kooperation mit der Firma geobra Brandstätter, Hersteller und Markeninhaber von Playmobil. Auch die Thüringer Tourismus GmbH ist zur Unterstützung in der Vermarktung mit an Bord gekommen. Unter anderem wird im Showroom „360 Grad Thüringen Digital Entdecken“ direkt am Erfurter Bahnhof für das Projekt in Altenburg geworben werden.

Auf dem Plakat zur Schau, die am ersten Advent eröffnet, sind unter anderem eine Herzdame mit Spielkarten-Set und eine Ritter-Figur zu sehen. „Ich habe überlegt, wie wir für Altenburg typische Themen in die Schau aufnehmen können, Spielkarten und der Altenburger Prinzenraub werden dabei eine Rolle spielen und so sind diese Figuren auf das Plakat gelangt“, erklärt der Ausstellungsmacher Oliver Schaffer.

Im Hintergrund des Plakates sind ein Schneetroll und ein Eisdrache zu sehen. Schaffer wird auch diese Figuren in großen szenischen Schaulandschaften, so genannten Dioramen, zeigen. Die gesamte Ausstellung ist der Winterzeit gewidmet. Sie soll so nicht nur zur Weihnachtszeit begeistern, sondern bis Mitte März Besucher in das Residenzschloss ziehen, auch wenn speziell im Dezember mit dem Diorama „Festliche Weihnachtszeit“ dem Weihnachtsfest Rechnung getragen wird.

Mit dieser Ausstellung geht der Schloss- und Kulturbetrieb auch in Hinblick auf die Investition ein Wagnis ein. 5000 Besucher sind das Minimalziel. Die Erfahrungen bisheriger Ausstellungen Schaffers zeigen, dass deutlich fünfstellige Besucherzahlen in vergleichbaren Ausstellungszeiträumen erreicht werden konnten.

Weiterer Schritt hin zur Stadt der Spiele

Die Entscheidung zu dieser Ausstellung soll auch ein Signal und ein nächster Schritt auf dem Weg der weiteren Entwicklung Altenburgs als touristisches ­Reiseziel und Kulturstandort sein. Oberbürgermeister André Neumann (CDU) sagte dazu: „Altenburg ist auch die Stadt der Spiele, der Skat bleibt ein starker nationaler Botschafter. Mit dieser faszinierenden Ausstellung zum Thema Playmobil geben wir dem Image unserer Stadt eine weitere moderne Facette. Übrigens ist der Erfinder der Playmobil-Figur ein Thüringer: Hans Beck wurde vor 100 Jahren in Greiz geboren. Auch so gesehen ist das Ausstellungsprojekt also mit der Geschichte der Region verbunden.“ Nach dem Rundgang laden Spieltische zur weiteren Beschäftigung mit den Spielfiguren ein.

Die Ausstellung eröffnet am 1. Dezember um 14 Uhr und läuft bis zum 15. März 2020

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