Ronneburger Pflegedienstleiterin Elisabeth Lenk geht in Ruhestand

Nach fast 45 Jahren am Ronneburger Krankenhaus geht Pflegedienstleiterin Elisabeth Lenk in den Ruhestand, - aber kein Abschied für immer.

Elisabeth Lenk verabschiedet sich nach fast 45 Jahren vom Ronneburger Krankenhaus. Foto: Katja Schmidtke

Elisabeth Lenk verabschiedet sich nach fast 45 Jahren vom Ronneburger Krankenhaus. Foto: Katja Schmidtke

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Ronneburg. Elisabeth Lenk muss schlucken, aber eigentlich möchte sie ihre Tränen nicht verbergen. Dass sie Krankenschwester mit Leib und Seele ist, das wissen ihre Kollegen am Ronneburger Klinikum. Dass ein Abschied, zumal nach fast 45"Jahren, nicht leicht fällt, das sehen sie nun an Elisabeth"Lenks Reaktionen. Ihr gesamtes Berufsleben hat Elisabeth Lenk in Ronneburg verbracht - in dieser Woche ist die Pflegedienstleiterin in den Ruhestand verabschiedet worden.

"Sie hinterlässt einen sehr leistungsstarken Pflegedienst mit motivierten Schwestern und Therapeuten", stellt Klinik-Geschäftsführer Gerhard Hemmann ein mehr als gutes Zeugnis aus. Die Kollegin brenne für den Job, habe stets die Interessen der Pflegenden vertreten, sie sei außerdem nicht unwesentlich mitbeteiligt an der Umgestaltung des Hauses zur Fachklinik für Geriatrie, den Erkrankungen des Alters.

Dieser Wandel und die Möglichkeit, ihn mitzugestalten, ist es auch, der Elisabeth Lenk immer in Ronneburg gehalten hat. "Das war eine aufregende Zeit nach der Wende!", blickt die Krankenschwester zurück. Das Entsetzen über die Schließung der Chirurgie sei damals groß gewesen. Was Geriatrie sei, habe sich kaum ein Mitarbeiter vorstellen können. Aber Frau Lenk konnte ihr Team mitnehmen auf diesem Weg, weil auch sie vom Landkreis als Gesellschafter und der Geschäftsführung mitgenommen wurde. "Ich wurde integriert in alle Entscheidungen, durfte meine Meinung sagen, habe das Personal mitqualifiziert."

Angefangen hat Elisabeth"Lenk, die am Sonntag ihren 65. Geburtstag feiert, als junge Schwester, damals im Januar 1970. Sie kam aus Magdeburg. Wo Ronneburg liegt, wusste sie anfangs gar nichts, und auch die Wismut war ihr unbekannt. Heute lacht sie darüber. Die Stadt ist ihr längst zur Heimat geworden. Durch ihren Traumberuf lebte sie sich schnell ein, fand Anerkennung und bildete sich Schritt für Schritt weiter. Schnell wurde sie stellvertretende Stationsschwester, 1984 Stationsschwester und im Wendejahr 1989 wurde sie noch von der alten Klinik-Leitung zur Oberschwester ernannt. Eine Entscheidung, die der neu gewählte Landrat Karsten Wilsdorf 1990 bestätigte. Nach einer Fortbildung 1996 übernahm Frau Lenk die Leitung des Pflegediensts, seit 2004 war sie außerdem für das Pflegeheim des Kreiskrankenhauses mitverantwortlich.

Viel hat sich in diesen Jahren verändert. Die körperlich anstrengende Arbeit ist durch Hilfsmittel erleichtert worden. "Früher waren die Krankenbetten nicht verstellbar, es gab keine Patientenlifter und keine Transportmittel", erinnert sie sich an Veränderungen. Manches ist in all den Jahren aber auch konstant geblieben. Zum Glück, schmunzelt die Ronneburgerin, und meint damit zum Beispiel die Freundschaft zu Brigitte Zacharias. Sie ist bereits seit 1966 im Ronneburger Krankenhaus. "Wir haben Höhen und Tiefen zusammen durchgemacht", sagt Schwester Brigitte, und auch sie kann die Tränen nicht unterdrücken. Das Klima unter den Kollegen sei toll, schwärmen beide. "Mein großes Dankeschön an alle Mitarbeiter. Ohne Euch ist alles nichts. Nur durch Euch haben wir uns einen guten Ruf erarbeitet und unseren Platz in der Krankenhauslandschaft geschaffen", dankt die scheidende die Pflegedienstleiterin ihren Kollegen. Ganz abhanden wird Elisabeth Lenk dem Krankenhaus nicht kommen. Ab 1. August wird sie als ehrenamtliche Patientenfürsprecherin im Haus tätig sein. Bei Beschwerden von Patienten und Angehörigen soll sie dann vermitteln. Und auch ansonsten glaubt sie, dass der Sinnspruch von den Rentnern, die niemals Zeit haben, auch für sie gelten wird. Ein kreativer Typ sei sie und will das ausleben. Außerdem will sie sich an der Volkshochschule in Sachen Computer weiterbilden, einen großen Bekanntenkreis gibt es auch noch, und nicht zu vergessen die Enkel, die in Gera und Schmölln leben.

Als einen Traumberuf bezeichnet auch ihre Nachfolgerin die Stelle. Ab September wird Jana Schubert die neue Pflegedienstleiterin. Die Geraerin arbeitet zurzeit noch an der Uniklinik Jena, hat dort schon verschiedene Stationen geleitet und sich durch ein Studium in Pflegemanagement weitergebildet. "Die Stelle ist mein Traumberuf schlechthin. Darauf habe ich hingearbeitet", sagt sie und freut sich auf Ronneburg, das Krankenhaus und die Kollegen.