Schmölln macht weiter mobil

Schmölln  MDV-Projektleiter stellt zweite Ausbaustufe dieses Modells für den öffentlichen Nachverkehr vor. Realisierung bis 2020

Die Stadtbuslinie F verkehrt seit Dezember auch im Schmöllner Weidengrund. Das Nahverkehrsnetz soll bis 2020 weiter ausgebaut werden und unter anderem bis ins Gewerbegebiet Beerwalde führen.  

Foto: Jana Borath

Landratsamt Altenburger Land, Thüsac Personennahverkehrsgesellschaft und Mitteldeutscher Verkehrsverband (MDV) wollen ihr Projekt „Schmölln macht mobil“ weiter führen. Vorausgesetzt, der Kreistag Altenburger Land befürwortet das im Oktober.

Dafür warb auf der jüngsten Sitzung des Schmöllner Stadtrates MDV-Projektleiter Ron Böhme. Laut ihm sei die erste Ausbaustufe mit den beiden Schmöllner Buslinien H und F ein Erfolg: „Aktuell sind wir sehr zufrieden“, so sein Fazit. Mit den beiden Strecken in der Kernstadt seien mehr Stadtteile und damit 7000 Einwohner an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden.

Ein solches Mehr wolle man jetzt für den ländlichen Raum rund um Schmölln bis nach Posterstein erreichen. Laut Böhme könnte das Netz bis Februar 2020 ausgebaut werden. Mit der Verbesserung des Busverkehrs wolle man ältere Menschen auf dem Land erreichen, Schüler und Azubis, die noch keinen Führerschein haben, Menschen ohne eigenes Auto, Menschen, die sich kein zweites Auto leisten können sowie junge Familien, die gern weiter fernab der Stadt wohnen wollen. Auch Industriegebiete sollen damit besser an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden werden. All das kann mit einem Baustein-Prinzip realisiert werden. Das Basisangebot ist zu ergänzen um Abend- und Wochenenderweiterung, Nachbarschaftsverkehr mit Fahrten in angrenzenden Wirtschaftsstandorte und mit der Erschließung von Orten außerhalb des Hauptnetzes. Profitieren würde davon laut Böhme Nobitz, das Sprottental, Gößnitz und die Rositzer Region von „Schmölln macht mobil II“.

Dramatisch nannte der MDV-Projektleiter die Tatsache, dass 85 Prozent der aktuellen Buslinien an den Wochenenden nicht fahren. „Das wollen wir eindeutig verbessern“, so Böhme. Busse könnten abends und an den Wochenenden von Schmölln aus nach Altenburg und Meuselwitz – hier über Dobitschen –, nach Beerwalde, Posterstein, Thonhausen Heyersdorf und Hainichen über Gößnitz als Takt oder Ruf-Bus verkehren. Drei Strecken davon – nach Hainichen, Heyersdorf und Beerwalde – ließen sich um Nachbarschaftsverkehr erweitern, der dann auch nach Gera, Crimmitschau und Meerane führt. Mit dem Baustein für kleine Ortschaften ließe sich das Hauptnetz von jetzt 69 erschlossenen Orten auf 90 erweitern. „Damit würden wir 97 Prozent der Einwohner im sündlichen Altenburger Land an den öffentlichen Personennahverkehr anbinden“, so Böhme weiter.

Zudem soll das Haltestellen-Netz ausgebaut werden, um die Laufwege zu verkürzen. Aktuell existieren rund 440 Haltestellen im Altenburger Land. Ab Februar 2020 könnten dann 70 neue im Projektgebiet hinzukommen.

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