Schulkonferenzen in der Schmöllner Region müssen bis Donnerstag Stellung beziehen

Schmölln/Ponitz  Nachgehakt: Eltern und Lehrer von sechs Grundschulen und einem Förderzentrum entscheiden über Schulverbundmodell Schmöllner Region

Marcel Greunke.

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Foto: Martin Gerlach

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Ob es einen Schulverbund in der Schmöllner Region geben wird, steht spätestens am Donnerstag kommender Woche fest. Abhängig ist das von insgesamt sieben Schulkonferenzen, in denen Lehrer und Elternvertreter sich zur Einführung dieses Modells im Süden des Altenburger Landes positionieren müssen. Sagen sie Ja, kann der Kreis den Schulverbund in sein Konzept für die neue Schulnetzplanung einpflegen.

Am 19. September müssen die Stellungnahmen dem Fachdienst Schulverwaltung des Landratsamtes vorliegen. „Das heißt, dass die Schulkonferenzen bis dahin stattgefunden haben müssen“, so Jana Fuchs, Sprecherin des Landratsamtes. Gefordert sind Lehrer und Eltern der Grundschulen Schmölln, Altkirchen, Großstechau, Thonhausen, Ponitz, Gößnitz und des Förderzentrums Schmölln. Während sich Ponitz und Großstechau bereits positiv positioniert haben sollen zum geplanten Grundschulverbund, sind zumindest Eltern, deren Kinder in Schmölln die erste Klasse besuchen, aktuell ziemlich sauer. Weil diese Grundschule eine Lehrerin nach Ponitz abgab, um dort den Unterricht zu sichern, wurden die ersten Klassen der Grundschule Schmölln zusammengelegt. Die Rede ist jetzt unter anderem vom Luxus Minischule, den man sich teils auf Kosten größerer Schulen leiste, heißt es in einem Schreiben, das Katja Keller (Linke) jüngst im Schmöllner Stadtrat verlas. Besserung an der Personalfront ist indes nicht in Sicht. Zwar hielt das Schulamt Ostthüringen am 14. August eine Stellenbörse in Gera ab. Doch meldete sich für die ausgeschriebene Position an der Grundschule Ponitz nur eine Bewerberin. „Aufgrund ihrer Ausbildung kam sie jedoch weder für eine unbefristete noch für eine befristete Einstellung, auch nicht als Seiteneinsteigerin, in Frage“, antwortet Silke Fließ, Pressereferentin im Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, auf Anfrage. „Auch Gymnasiallehrkräfte konnten in Auswahlgesprächen nicht für eine Arbeit an der Grundschule Ponitz gewonnen werden“, so Frieß weiter. Und sie führt aus, dass diese Situation keine Seite zufriedenstellen könne. „Eine dauerhafte Lösung für die Zukunft kann aus unserer Sicht nur mit der Schulnetzplanung für die Schmöllner Region gefunden werden. Mit dem neuen Schulgesetz haben wir entsprechende Möglichkeiten geschaffen, um auch kleine Schulstandorte wie Ponitz zu erhalten und damit ein wohnortnahes Schulangebot zu sichern. Dafür sollen Schulen miteinander kooperieren“, setzt das Ministerium auf den Schulverbund. Und verweist zugleich auf das Engagement in der Region.

Zumindest die Ponitzer und Schmöllner Bürgermeister, Marcel Greunke (CDU) und Sven Schrade (SPD), starteten Initiativen, damit der künftige Grundschulverbund nicht am Lehrermangel scheitert. Sie bieten beispielsweise Unterstützung bei der Wohnungssuche oder auch bei der Suche nach geeigneten Baugrundstücken in den Kommunen an. Maßgeblich forciert wird dies vom Ponitzer Schulförderverein und der Elternvertretung dort.

Bis dato indes mit wenig Erfolg. Lediglich in Ponitz meldete sich eine ernsthaft interessierte Lehrerin für Deutsch und Musik. „Allerdings kann sie frühestens ab September nächsten Jahres bei uns anfangen“, erzählt Marcel Greunke. Dennoch bleibt er optimistisch. Man sei jetzt in den Netzwerken drin und in den einschlägigen Universitäten präsent.

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