Schulterleiden richtig behandeln - Gesundheitsforum in Gera

Gesundheitsforum in Gera mit Vorträgen von Experten für Physiotherapie und operative Behandlungsarten

Auf dem Podium, von links: Philipp Schmuck, Stefan Pietsch, Georg Matziolis, Jens Borgwardt und Sylvia Eigenrauch.

Auf dem Podium, von links: Philipp Schmuck, Stefan Pietsch, Georg Matziolis, Jens Borgwardt und Sylvia Eigenrauch.

Foto: zgt

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Gera. "Ich weiß jetzt Bescheid", sagt Wolf-Dietrich Mahnke aus Berga. "Für mich waren alle Fachvorträge interessant, da ich sowohl schon eine Operation an einer Schultersehne als auch eine Zertrümmerung von Kalkablagerungen in den Schultermuskeln hinter mir habe", sagt er im Anschluss an das Gesundheitsforum zur Schulter im Kultur- und Kongresszentrum Gera (KuK) am Mittwochabend. Die etwa 200 Gäste im KuK hatten zuvor die Gelegenheit, den Fachvorträgen von vier Experten zuzuhören. Darunter drei Medizinern aus dem Waldkrankenhaus Eisenberg - die Oberärtze Jens Borgwardt und Stefan"Pietsch sowie Chefarzt Georg Matziolis - und der Geraer Physiotherapeut Philipp"Schmuck. Am Ende standen die Fachmänner dem Publikum für eine Fragerunde zur Verfügung.

Schulter besonders zur Skisaison gefährdet

"Wenn man Schmerzformen bei Google eintippt, dann tauchen Schulterschmerzen besonders häufig auf", eröffnete Chefarzt Matziolis seinen Vortrag. Man fände sie etwa doppelt so häufig wie Hüft- und Knieschmerzen. Kurz vor Beginn der Skisaison machte Matziolis darauf aufmerksam, dass über ein Viertel der Skiunfälle den Oberkörper und damit meist die Schulter beträfen.

Besonders verletzungsanfällig sei die Schulter - genauer gesagt der Schultergürtel - vor allem deswegen, weil die Bewegungen der Arme ein komplexes mechanisches Zusammenspiel von verschiedensten Muskeln, Sehnen und vier Gelenken ist. Welche Kräfte auf die Schulter wirken und was sie zu leisten hat, legte er mit verblüffenden Forschungsergebnissen dar. Beim Heben eines zehn Kilogramm schweren Gewichtes, wirke auf die Schulter eine Kraft, die dem kompletten Körpergewicht des Hebenden entspreche. Wird ein nur zwei Kilogramm schweres Objekt kontrolliert abgestellt, entspricht die wirkende Kraft wieder dem Körpergewicht. Sogar bei einer scheinbar einfachen Handlung wie dem Kämmen der Haare - das gleiche Ergebnis.

Die hohe Komplexität eröffne den Spielraum für verschiedenste Probleme, so Philipp"Schmuck. Es gäbe eine ganze Palette an möglichen Behandlungsformen. Insofern bei einem Patienten ein Schulterproblem festgestellt wurde, und der Arzt keine Notwendigkeit für eine sofortige Operation sieht, sei die Physiotherapie zunächst die richtige Wahl. Sie solle Schmerzen senken, die Stabilität erhöhen und die Mobilität verbessern.

Wie man die Schulter im Alltag richtig schont

Manche Schulterverletzungen, etwa durch schwere Traumen - wie etwa Stürze - oder durch altersbedingte Abnutzung ließen sich nicht verhindern. Doch im Alltag ließen sich bestimmte Kardinalsfehler durch bewusstes Bewegen verhindern. Der Physiotherapeut Schmuck riet, Überkopfarbeit zu vermeiden. Auch führen einseitige Belastungen die Schulter häufig zu unnötiger oder gar Überbelastung. Gefährlich seien auch die schnell-reißenden Bewegungen.

Oberarzt Jens Borgwardt informierte in seinem Vortrag darüber, was passiert, wenn es zu einem sogenannten Rotatorenmanschentenriss kommt. Die Rotatoren sind die Muskeln, die für die Dreh und Hebebewegungen des Oberarms zuständig sind. Dieser sei in bestimmten Fällen sofort zu operieren. Etwa drei Viertel aller Patienten würden beschwerdefrei leben - anderen Patienten könne mit Physiotherapie geholfen werden.

Den Abschluss der Vorträge bildete Stefan Pietsch, der über moderne Schultergelenk- und Schulterpfannen-Prothesen sprach.

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