Sonnenbrand im Obstgut Geier in Lumpzig

Lumpzig  Geiers in Lumpzig befürchten Ernteeinbußen von bis zu 20 Prozent nach Hitzesommer 2019

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nicht nur Menschen und Tiere bekommen Sonnenbrand. Auch Äpfel, Süßkirschen, Johannisbeeren und Himbeeren. Weshalb das Obstgut Geier in Lumpzig im Hitzesommer 2019 Ernteausfälle zu verzeichnen hat. Etwa 20 Prozent bei allen Sorten, die auf den Flächen von Hartha bis Rodameuschel und fast bis nach Zweitschen bewirtschaftet werden. Rund 1500 Tonnen Obst ernten die Geiers pro Jahr.

„Ein, zwei heiße Tage reichen dafür schon aus“, sagt Roberto Geier, der gemeinsam mit seinem Bruder Reinhard die Geschäfte im Obstgut leitet. Und er weiß genau, wann 2019 dieser eine heiße Tag war, der beispielsweise den Äpfeln an den Bäumen erst kleine, dann immer größer werdende braune Flecke bescherte: Der Donnerstag vor zwei Wochen. „Das beherrschen wir dann nicht mehr“, sagt er. Hinzu kam noch ein lokaler Hagelschauer vor kurzem, der die Äpfel der Geiers zusätzlich mit kleinen Einschlägen markierte. Auch die schmälern den Ertrag des Obstgutes.

Die Hitze am besten vertragen aktuell Tafeltrauben, Pfirsiche und Nektarinen. Alle anderen Sorten auf den rund 60 Hektar Anbaufläche leiden sehr unter der Trockenheit in diesem Sommer. „Der Boden hat ja keine Reserven, weil das vergangene Jahr so trocken war“, erläutert Geier. Einen Teil ihrer Flächen haben die Geiers bereits mit einer so genannten Tröpfchenbewässerung ausgestattet. Fingerdicke Schläuche, die in regelmäßigen Abständen kleine Löcher aufweisen, werden direkt an den Pflanzreihen gespannt. Das Wasser, das diese Schläuche führen, tropft direkt an der Pflanze ab. „Das ist sehr effektiv und spart Wasser, mit dem wir wirklich haushalten müssen“, erläutert Roberto Geier den Grund, warum das Familienunternehmen alsbald 75.000 Euro in die Hand nehmen und noch mehr Flächen mit dem Tröpfchenbewässerungssystem ausstatten will. Bis dahin sind die Geiers und ihre Mitarbeiter täglich mit den Wasserwagen in den Plantagen unterwegs, um zu bewässern. Das lebenswichtige Nass wird aus mehreren Brunnen geschöpft, die Pumpen arbeiten bis in 64 Metern Tiefe.

20 Prozent Ertragsausfall, macht sich der Obstbauer Sorgen um die Zukunft seines Betriebes? „Laut Behörde wird es erst ab 30 Prozent Ernteausfall existenzbedrohend“, sagt Roberto Geier trocken. Alles darunter sei unternehmerisches Risiko, zitiert er eine nicht weiter benannte Quelle. „Heutzutage können uns schon zehn Prozent weniger Ernte zum Verhängnis werden“, spricht er als Praktiker.

Solche Situationen durchlitten die Geiers in den vergangenen Jahren einige. Überschwemmungen, schwere Hagelschläge, seit 2018 Trockenheit und Hitze – jedes Mal zollen die Lumpziger Obstbauern Tribut. Flächenreduzierung ist eine Antwort auf diese Wetterkapriolen.

Eine weitere Antwort heißt Investition. Beispielsweise in Hagelnetze, die inzwischen einen Teil der Plantagen überspannen. „Die erweisen sich jetzt als doppeltes Glück“, so Roberto Geier. Sie schützen das Obst darunter nicht nur vor Hagelkörnern, sondern auch vor Sonnenbrand. Zudem ist es unter den Netzen immer etwas feuchter. Jetzt noch die Erweiterung der Tröpfchenbewässerung: „Da haben wir schon viel gekonnt“, ist sich Roberto Geier sicher. Aber gegen alle Unwetter gewappnet sein? „Ich glaube, das kann niemand“, sagt er.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren