Sparpotenzial in Altenburg durch umweltfreundliche Energien aus der Tiefe

Das Lindenau-Museum in Altenburg. 

Das Lindenau-Museum in Altenburg. 

Foto: Jens Hauspurg

Altenburg.  Thermische Energie in Gesteinsschichten kann einen Beitrag zur klimaneutralen Versorgung leisten – auch bei Gebäuden im Altenburger Land.

„Die Nutzung von grundwasserführenden Gesteinsschichten zur saisonalen Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden bietet nicht nur ein enormes CO2-Einsparpotenzial gegenüber bisherigen Lösungen. Sie schließt als kostengünstige Speichertechnologie auch die Lücke zwischen saisonalem Angebot und Nachfrage von Wärme- und Kälteenergie“, sagt Johannes Gansler, Handlungsfeldmanager „Energie“ bei der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland.

„Unsere Studie zeigt, dass die innovative Technologie in Verbindung mit dezentralen Nahwärme- und Kältenetzen einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Energieversorgung im Gebäudebereich leisten kann“, so Johannes Gansler weiter.

Dabei handelt es sich um Lockergesteinsschichten wie Kiese und Sande, in deren Hohlräumen Grundwasser fließt. Dieses kann genutzt werden, um thermische Energie zu speichern, die dann zum Heizen oder Kühlen eingesetzt wird.

Grundwasser über Brunnen gepumpt

Dazu wird im Sommer kaltes Grundwasser über einen Brunnen gepumpt und zur Kühlung genutzt. Anschließend wird das erwärmte Grundwasser über einen weiteren Brunnen wieder zurückgeführt. Beim Betrieb der Anlage im Wechselprinzip wird die Pumprichtung im Winter umgekehrt.

Besonders effizient ist der Einsatz von derartigen Speichern für Liegenschaften mit hohem, konstantem Energiebedarf über das gesamte Jahr, wie Bürogebäude, Flughäfen, Universitäten, Einkaufszentren und Krankenhäuser.

Niederlande als Vorreiter

Während in den Niederlanden bereits rund 2.800 ATES-Anlagen wirtschaftlich betrieben werden, steht die Nutzung in Deutschland noch am Anfang. Laut der Studie weisen rund 40 Prozent der Fläche im Mitteldeutschen Revier einen oder mehrere übereinanderliegende Grundwasserleiterkomplexe mit einer Mächtigkeit von mindestens fünf Metern auf.

Ein Beispiel, das sich für eine Nutzung eignet, ist die die Klimatisierung des Lindenau-Museums in Altenburg.