Spieler in Quarantäne - Wie Meuselwitz durch Krise kommen will

Meuselwitz.  13 Spieler von Fußball-Regionalligist ZFC Meuselwitz haben sich auf Anordnung des Gesundheitsamtes Altenburger Land in häusliche Quarantäne begeben.

Will raus aus dem Tabellenkeller:  ZFC-Trainer Holm Pinder.

Will raus aus dem Tabellenkeller: ZFC-Trainer Holm Pinder.

Foto: Jens Lohse

Das Punktspiel gegen den BFC Dynamo vom vergangenen Sonntag hat ein Nachspiel. Bei einem der Berliner Spieler wurde das Covid-19-Virus nachgewiesen. „Wir haben unsere Spieler bereits am Montag über den Fall informiert und am Freitag kamen die Benachrichtigungen vom Gesundheitsamt“, bestätigt ZFC-Trainer Holm Pinder. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Die Fußballer, die am Sonntag im Regionalligaspiel auf dem Rasen standen, müssen in eine 14-tägige Quarantäne. Mannschaftstraining war bereits wegen der Corona-Verfügungen nicht mehr möglich gewesen, nun nicht einmal joggen. Dafür Ball jonglieren im Wohnzimmer. Wie es danach weiter gehe, sei offen, hänge auch davon ab, ob in Thüringen die Beschränkungen gelockert werden und in zwei Wochen wieder geübt werden darf.

Trainer Holm Pinder hofft, dass bis Weihnachten noch um Punkte gespielt werden kann. „Wir wollen aus dem Tabellenkeller heraus. Ich wünsche mir sehr, dass wir in dieser Hinsicht etwas ruhigere Feiertage verbringen können.“ Doch weil das Wünschen, wenn überhaupt, nur im Märchen klappt, tut der Trainer einiges, um den Regionalligisten wieder in die Spur zu bringen.

„Wir müssen uns einfach mal belohnen“, sagt der 49-Jährige, „gegen den BFC Dynamo haben wir nicht nur gekämpft, sondern auch fußballerisch einiges gezeigt. Doch wenn dickste Chancen versemmelt werden...“

Der ZFC Meuselwitz war mit Siegen in Rathenow und gegen Cottbus verheißungsvoll gestartet, doch seither gab es keinen Dreier mehr. Vor der Saison habe es einen großen Umbruch gegeben, einige Spieler hatten bei höherklassigen Vereinen die Nachwuchsabteilungen durchlaufen. Doch Schnelligkeit, Ballfertigkeit und das frühe Pressen seien das eine paar Schuhe, „aber in der Regionalliga brauchst du auch die Körperlichkeit, da wird Männerfußball gespielt.“

Holm Pinder kennt die Liga, weiß, was verlangt wird, will alle Spieler darauf einstellen. Seit 2007 zählt er im Verein zum Trainerstab, arbeitet in der Bluechip AG, der Weg zum Chef und Vereinsvorsitzenden Hubert Wolf ist kurz. „Wo hast du das schon, dass sich geduzt wird und alle an einem Strang ziehen. Wir sind ein Arbeiterverein. Wir krempeln die Ärmel hoch.“

Zwei Unentschieden und eine Niederlage lautet die Bilanz des Interimstrainers. Von 2011 bis 2014 saß der frühere Zweitligafußballer beim ZFC bereits auf der Trainerbank, ihm folgten Marco Kämpfe sowie Dietmar Demuth, und in den vergangenen fünf Spielzeiten war Heiko Weber der Chefcoach.

Ob er nach der Trennung von Koray Gökkurt wieder auf die Trainerbank rücken solle oder nicht - Holm Pinder war hin- und hergerissen. „Zum einen reizt es mich, mit der Mannschaft zu arbeiten, als Trainer auf dem Platz zu stehen. Aber als Vizepräsident im Verein habe ich auch andere Aufgaben, und ein wenig Abstand zum Tagesgeschäft schadet ja auch nicht.“

Nun ist er also doch wieder mittendrin, sobald es die Corona-Krise zulässt. In der Mannschaft stecke einiges, sagt er, vor der Saison kamen zwölf neue Spieler nach Meuselwitz. Wie lange Pinder den ZFC trainieren wird, das lässt er offen. „Als wir gemeinsam die Entscheidung gefällt haben, dass ich übernehme, war allen klar: Wir machen das nicht an einem Termin fest.“ Läuft es gut, dann ist es durchaus möglich, „dass ich die Mannschaft bis Saisonende trainiere.“

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