Treffen zum Thema E-Mobilität auf Schloss Ponitz

Ponitz  Die Arbeitsgemeinschaft „Terra Plisnensis“ diskutiert auf Schloss Ponitz über die Weichenstellung in Hinblick auf Elektro-Mobilität.

Die Arbeitsgemeinschaft Terra Plisnensis begrüßte Staatssekretär Christian Hirte (CDU, erste Reihe Mitte), den Abgeordneten Volkmar Vogel (CDU) die Landräte von Zwickau und des Altenburger Landes sowie zwei Vertreter von EnviaM bei ihrem Treffen zum Thema E-Mobilität auf Schloss Ponitz.

Die Arbeitsgemeinschaft Terra Plisnensis begrüßte Staatssekretär Christian Hirte (CDU, erste Reihe Mitte), den Abgeordneten Volkmar Vogel (CDU) die Landräte von Zwickau und des Altenburger Landes sowie zwei Vertreter von EnviaM bei ihrem Treffen zum Thema E-Mobilität auf Schloss Ponitz.

Foto: Andreas Bayer

Das Thema Elektromobilität ist derzeit in aller Munde und wird in den nächsten Jahren sicher noch dringender werden, davon sind inzwischen zahlreiche Politiker überzeugt. Wie der Strukturwandel weg vom Verbrennungsmotor und hin zum Elektromotor gelingen kann, war das zentrale Thema beim jüngsten Treffen der Arbeitsgemeinschaft „Terra Plisnensis“ auf Schloss Ponitz.

„Die Umstellung auf E-Mobilität ist eine Riesenchance, ähnlich wie beim Kohleausstieg“, sagte Christian Hirte (CDU), Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Zwar bringe dies auch eine massive strukturelle Herausforderung mit sich, könnte aber einigen Regionen einen enormen Aufschwung bescheren, so Hirte. Verschiedene Studien zeigten, dass sich E-Mobilität gerade im ländlichen Raum und für Berufspendler lohne.

Es herrscht große Aufbruchstimmung

Werdaus Oberbürgermeister Stefan Czarnecki (CDU) hielt fest, dass alle Vertreter der Arbeitsgruppe im Einzugsbereich des Volkswagen-Werkes in Zwickau liegen, mit rund 8000 Arbeitnehmern der größte Arbeitgeber Ostdeutschlands. Weil dieses im kommenden Jahr komplett auf Elektroantrieb umgestellt werde, fühle man sich als Kommune verpflichtet, den Bürgern die Möglichkeit zur E-Mobilität zu geben.

Lothar Ungerer, parteiloser Bürgermeister von Meerane, bestätigte diese Einschätzung: „Es ist eine richtige Aufbruchstimmung da.“ VW betreibe ein ganzheitliches Konzept, womit man auch einen neuen Konkurrenten auf dem Strommarkt erwarten dürfte. Ab September werde VW ein Elektroauto zum kleinen Preis bieten. „Ab Mitte nächsten Jahres wird in Zwickau kein Verbrenner mehr produziert“, so Ungerer. Die Kernfrage liege in der Netzinfrastruktur und der Finanzierung. „Ich glaube nicht, dass es unsere Aufgabe als Kommune ist, Tankstellen zu betreiben“, so Ungerer.

„Fakt ist: Dort, wo die Elektroautos montiert werden, muss die Ladeinfrastruktur als Erstes stehen“, sagte Bundestagsmitglied Volkmar Vogel (CDU). Darum sollte hier auch vorrangig gefördert werden. Bislang gebe es Ladesäulen in der Region jedoch nur in homöopathischen Dosen, sagte Christian Hirte. „So richtig strukturiert ist da nichts“, sagte auch Landrat Uwe Melzer (CDU). Man wolle auch gerne am Landratsamt in Altenburg zwei Ladesäulen aufstellen, allerdings biete das vorhandene Stromnetz nicht genügend Leistung.

Warnung vor „blindem Aktionismus“

„Wir als kleine Gemeinde haben noch nichts geschafft, was Ladesäulen angeht“, sagte der Ponitzer Bürgermeister Marcel Greunke (CDU). Mittelfristig werde man aber um Ladesäulen im Ortskern nicht herumkommen. Die kommunalen Dienstfahrzeuge seien noch für die nächsten drei Jahre geleast, danach werde man darüber nachdenken, ob Elektofahrzeuge nicht auch eine Option wären, sagte Greunke.

Die Anschaffung von Elektroautos sei für Kleinverbraucher derzeit noch nicht wirtschaftlich, sagte Hirte. Die Reichweite sei eine wichtige psychologische Komponente, daher müsse man den Ausbau der Lade-Infrastruktur angehen. Aktuell gebe es in Deutschland rund 17.000 Ladesäulen, davon knapp 2000 Schnelladesäulen. Bereits 49.000 Förderzusagen zum Bau von Ladesäulen seien bereits erteilt, teilte der Staatssekretär mit. Er erkundigte sich bei den Mitarbeitern des Stromnetzbetreibers EnviaM nach dem Netzausbau.

„Wenn jedes Auto durch ein Elektroauto ersetzt werden würde, wären Investitionen in das Stromnetz von 900 Millionen Euro nötig“, sagte Reginald Fuchs, Kommunalbetreuer für den Vogtlandkreis. Nötig sei, ein intelligentes, also steuerbares Netz aufzubauen, um den Strombedarf auch in der Zeit der Spitzenlast abdecken zu können. Dazu laufe derzeit ein Modellversuch in Limbach-Oberfrohna. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist blinder Aktionismus, dass jeder seins macht“, warnte sein Kollege Jürgen Lojewski. Schwierig sei die Elektromobilität gerade in dicht besiedelten Stadtteilen umzusetzen, wo die Bewohner eben nicht vor der eigenen Haustür parken können.

Bald weniger Autos?

„Vielleicht“, gab Hirte zu bedenken „hat der Laternenparker von heute bald gar kein eigenes Auto mehr.“ Die Entwicklung des autonomen Fahrens und Modelle wie Carsharing würden dazu beitragen, dass sich in den nächsten Jahren vieles von alleine klären werde. Man dürfe auch den Tourismus nicht außer acht lassen, sagte Lojewski. Die Besitzer von Elektroautos würden gezielt im Internet suchen, wo es Ladesäulen gibt und danach ihre Route zusammenstellen. Vogel stellte fest, dass es die vorrangige Aufgabe der Politik sein solle, Strukturen zu schaffen, damit der Betrieb von Ladesäulen auch ein Geschäftsmodell sein kann.

Terra Plisnensis – zu deutsch Pleißeland – steht seit 2004 für einen Zusammenschluss von sieben Kommunen im sächsisch-thüringischen Grenzgebiet aus Schmölln, Meerane, Neukirchen, Werdau, Ponitz, Crimmitschau und Gößnitz.

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