Vanessa Schade aus Altkirchen erhält Pierre-de-Coubertin-Schülerpreis

Altkirchen  Vanessa Schade aus Altkirchen wird für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement geehrt. Nach dem Abitur geht sie für ein Jahr ins Tierheim in Chemnitz

Die 19-jährige Vanessa Schade aus Altkirchen engagiert sich seit vielen Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr.

Die 19-jährige Vanessa Schade aus Altkirchen engagiert sich seit vielen Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr.

Foto: Andreas Bayer

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Seit 16 Jahren verleihen der Landessportbund (LSB) und das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport den Pierre-de-Coubertin-Schülerpreis. In diesem Jahr erhielten 36 junge Sportler die Anerkennung für hervorragende Leistungen im Schulsport, verbunden mit einer persönlichen Haltung im Sinne des olympischen Gedankens. Vanessa Schade aus Altkirchen ist in diesem Jahr die einzige Preisträgerin aus dem Landkreis.

„Manchmal habe ich mich selbst gefragt, wie ich das alles schaffen soll“, sagt die 19-Jährige. Denn neben der Vorbereitung auf die Abiturprüfungen hat sie auch noch den Abschlussball mitorganisiert sowie die Verantwortung für die Abschlussfahrt übernommen. Ganz abgesehen von ihren regelmäßigen Teilnahmen am Volleyballtraining und unvorhergesehenen Feuerwehreinsätzen.

Vanessa spielt leidenschaftlich Volleyball, seitdem sie dreizehn Jahre alt ist. Angefangen hat sie in Altkirchen, wo ihr ehemaliger Sportlehrer jeden Montag Abend Trainings veranstaltete. „Das war komplett gemischt, von jung bis alt, männlich und weiblich war alles dabei“, sagt sie. Als die Gruppe sich 2016 auflöste, wechselte sie zum Volleyballclub Altenburg (VCA). In der ersten Saison 2016/17 wurde sie mit ihrer Mannschaft U18 Ostthüringenmeister. In der Folge-Saison wechselte sie in den Damenbereich und ist seither aktive Spielerin in der Mannschaft Damen 2 des VCA.

Sportliche Leistung alleine reicht nicht

„Für ihre Mitspieler findet sie sowohl im Training als auch während des Spiels stets motivierende sowie aufbauende Worte“, heißt es in der Laudatio des LSB dazu. In der Bezirksliga Ost tritt das noch relativ junge Team unter anderem gegen Apolda, Weimar und Thonhausen an. Doch ist sportliche Leistung eben nicht die einzige Herausforderung, die für den Pierre-de-Coubertin-Schülerpreis vorausgesetzt wird. Es wird auch noch ein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement gefordert. Dem entspricht Vanessa Schade voll und ganz, denn sie ist seit elf Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Altkirchen. Über ihren Vater, der selbst Feuerwehrmann ist, sei sie da hineingewachsen, sagt Vanessa.

Bis zu ihrem 19. Geburtstag war sie in der Jugendwehr, inzwischen ist sie vollwertiges Mitglied der Aktiven Abteilung. Bereits 2016 absolviert Vanessa eine dreimonatige Truppmannausbildung in Schmölln, als einziges Mädchen bei fast 30 Teilnehmern. Dennoch schloss sie als Lehrgangsbeste ab, erzählt sie nicht ohne berechtigten Stolz. Demnächst, so überlegt sie laut, wolle sie den Truppführerlehrgang in Angriff nehmen. Jetzt habe sie ja die Zeit dafür, die vor dem Schulabschluss ein knappes Gut war.

Ihr Herz schlägt aber weiterhin für die Jüngsten in der Feuerwehr. Seit diesem Jahr ist sie auch angehende Betreuerin der Bambinis. Das heißt, sie unterstützt die Betreuer, solange sie nicht die notwendige Fortbildung dafür besitzt. „Zehn Jahre lang bin ich immer mit ins Kreiszeltlager nach Pahna und zu den Geländespielen nach Gera gefahren“, sagt sie. Bei den Wettkämpfen konnte sie mit ihrer Gruppe zahlreiche zweite Plätze erlangen und sich auch zweimal über den Kreismeistertitel freuen. Nur dieses Jahr hat sie für die Prüfungsvorbereitungen eine Pause eingelegt, seit wenigen Wochen hat sie ihr Abitur in der Tasche.

Auch vor dem Abitur Aufgaben übernommen

Die 19-Jährige besuchte bis zur zehnten Klasse die Regelschule Dobitschen. Wegen ihres sehr guten Notendurchschnitts hängte sie noch drei Jahre am Altenburger Lerchenberggymnasium dran, mit Erfolg. Auch hier zeigte sich schnell ihre soziale Ader und der Wille, Verantwortung zu übernehmen: „Gemeinsam mit einer Mitschülerin habe ich ein Abi-Komitee für unseren Jahrgang gegründet“, sagt Vanessa Schade. Den Abschlussball habe man so auf mehrere Schultern verteilen können, die Organisation der Abi-Fahrt nach Lloret de Mar hat sie alleine übernommen. „Eine Schülerin vom Jahrgang über uns hat mir Kontakte zu zwei Reiseveranstaltern vermittelt“, sagt sie. Das anstrengendste sei gewesen, die Mitschüler immer wieder daran zu erinnern, das Geld rechtzeitig zu überweisen.

Neben dem Volleyball und der Feuerwehr verfolgt Vanessa noch andere Interessen. So begeistert sie sich für Motorradrennen der Klasse MotoGP. Auch für Eishockey bringt sie einiges an Begeisterung mit, besucht regelmäßig Heimspiele der Eispiraten Crimmitschau.

Was die Zukunft bringen soll, hat das 157 Zentimeter große Energiebündel indes noch nicht entschieden. Sie werde vermutlich Jura oder Medien- und Kommunikationswissenschaften studieren. „Ich rede gerne, bin ein aufgeschlossener Mensch“, sagt sie. Auf jeden Fall will sie aber in der Nähe bleiben. Denn zu ihrer Heimat Altkirchen habe sie ein inniges Verhältnis. „Ich könnte es mir ohne gar nicht mehr vorstellen.“ Doch etwas Stadtluft muss trotzdem sein. Im September beginnt sie ein freiwilliges Jahr im Tierheim Chemnitz.

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