Wo in Gößnitz der Straßenbelag in die Gärten rutscht

Gößnitz  Anwohner der Schönburger Straße klagen seit langem über die schlechte Lage bei der Entwässerung

Wolfgang Strempel am oberen Ende der Schönburger Straße in Gößnitz. Sobald es stärker als gewöhnlich regnet, schwemmt der Regen Kies und Erde die Straße hinab.

Wolfgang Strempel am oberen Ende der Schönburger Straße in Gößnitz. Sobald es stärker als gewöhnlich regnet, schwemmt der Regen Kies und Erde die Straße hinab.

Foto: Andreas Bayer

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„Die Leute haben die Schnauze voll“, sagt Wolfgang Strempel. Er spreche Ausdrücklich im Namen vieler Anwohner der Schönburger Straße. Konkret geht es um den Teil der Straße, der Richtung Osten einen kleinen Hügel hinaufführt. „Wir zittern seit Jahren bei jedem Gewitter“, sagt Günter Kunze, der gemeinsam mit Strempel vergangene Woche im Stadtrat vorsprach. Bei jedem Starkregen käme das Wasser oder auch Schlamm die Straße hinunter gerauscht.

„Auch der Straßenbelag rutscht runter. Dann kommt die Stadt und schaufelt das wieder oben hin“, sagt Strempel. Das Problem ist, am oberen Ende der Straße ist heute ein großes Feld, wo vorher Wiese war. Die asphaltierte Straße mit Regenwassereinläufen beginnt aber erst rund 100 Meter weiter unten. „Zudem ist das Feld wie ein Trichter geformt“, sagt Jana Noga, seit 2016 Pächterin des Pferdehofes am oberen Straßenende. „Wir haben seitdem versucht, das Wasser, das bei uns ankommt, so weit es geht umzuleiten, damit möglichst wenig auf die Straße läuft. Die Lage ist katastrophal. Es muss generell etwas passieren, und zwar schnell.“

Zum Selbstschutz haben die Anwohner inzwischen alle möglichen Vorkehrungen getroffen, um sich vor den Sturzbächen zu schützen, die jedes Jahr die Straße hinunter fließen. Kalt erwischt hat es im vergangenen Jahr Susann Rieling, die erst kurz zuvor in der Schönburger Straße eingezogen war. „Es hatte den ganzen Tag geregnet, dann gegen halb fünf Uhr nachmittags kam das Wasser den Hügel herunter und stand über einen Meter hoch in der Auffahrt.“ In der Garage stand das erst kurz zuvor erworbene Auto. Die Feuerwehr habe das Wasser abgepumpt, der Totalschaden konnte vermieden werden, weil die Garage nur 20 Zentimeter unter Wasser stand. Seitdem hat die Familie eine zusätzliche Barriere am Tor.

Auch Wolfgang Strempel hat es zuletzt 2012 Schlamm ins Haus gespült, „aber man weiß ja nicht, wie sich das Klima entwickelt. Es kann ja auch schlimmer werden“, sagt er. Je nachdem, was auf dem Feld angebaut werde, sei es in manchen Jahren schlimmer.

Bauamtsleiter Gunther Kupfer bestätigt, dass die Anzahl der Starkregen-Ereignisse zugenommen habe. „Wenn der heftige Regen länger als zehn Minuten anhält, sind die Kanäle hydraulisch überlastet.“ Was bedeute, das Wasser könne nicht mehr so schnell abfließen, wie es hineinlaufen könnte. Es gebe im Stadtgebiet mehrere solche Brennpunkte, wo der Regen nicht komplett vom Boden aufgenommen werden könnte. Im Gegensatz etwa zur Waldenburger Straße habe der Einschnitt durch die B93 nicht den gewünschten Erfolg gebracht. „Die Stadt ist leider nicht Eigentümer der letzten Meter“, sagte Bürgermeister Wolfgang Scholz (Initiative Städtebund) zur Stadtratssitzung. „Die Bestrebungen, die Straße zu erwerben, waren nicht von Erfolg gekrönt“, drückt es Gunther Kupfer betont sachlich aus. Deshalb seien der Stadt momentan die Hände gebunden.

„Die Straße ist um das Jahr 2005 herum erst saniert worden, weil sie ausgespült war. Der Eigentümer des oberen Straßenteils hat dies für seinen Bereich strikt abgelehnt“, sagt Strempel verärgert. Er habe keinen Kontakt zum Eigentümer, obwohl dieser ein Klassenkamerad von ihm gewesen sei. Er hofft, dass wieder Bewegung in die Sache kommen könnte. Stadtrat Rolf Luksch (Initiative Städtebund) hat sich am Sonntag vor Ort ein Bild von der Lage gemacht und versprochen, das Thema in der nächsten Sitzung des Bauausschusses anzusprechen. „Ziel ist, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen“, so Luksch. „Wir haben natürlich Angst, dass noch mehr Wasser kommt“, sagt Günter Kunze. Er fände es wichtig, einen Grünstreifen anzulegen, wie es ihn dieses Jahr erstmals gab. Leider sei das im nächsten Jahr nicht vorgesehen.

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