Zukunft des Gößnitzer Jugendheims in Frage gestellt

Gößnitz  Nutzungsvertrag der Arbeiterwohlfahrt zum 30. September gekündigt. Müll und regelmäßiger Treff für trinkende Jugendliche werden kritisiert

René Toll.

René Toll.

Foto: Andreas Bayer

Die nötig gewordene Reparatur der defekten Heizung im Gößnitzer Jugendheim nahm Jörg Porzig (Initiative Städtebund) zum Anlass, grundsätzlich nach der Zukunft dieser Einrichtung zu fragen. Hintergrund dieser Anfrage jüngst in der Sitzung von Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates ist die Tatsache, dass die Arbeiterwohlfahrt Altenburger Land den Nutzungsvertrag für die Einrichtung mit Schwerpunkt Jugendklub gekündigt hat. Personell sei das nicht mehr machbar. Bis dato wurden die Kinder und Jugendlichen, die sich dort treffen, ehrenamtlich betreut.

Zwar sei die mobile Jugendsozialarbeit des Kreises zweimal in der Woche vor Ort. Allerdings, so erläuterte Hauptamtsleiterin Dorothee Philipp, nur im Außengelände am Freiheitsplatz. „Für den Jugendklub sind die Streetworker nicht verantwortlich.“

Philipp machte darauf aufmerksam, dass der Jugendklub, wie er bis dato funktionierte, auseinander gebrochen sei. Das habe wohl auch an der Altersspanne gelegen. Im Jugendheim trafen sich zuletzt Kinder und Jugendliche zwischen 12 Jahren und Mitte 20. Allerdings gäbe es ein Angebot, den Klub weiter zu betreiben in der Eigenverantwortung von zwei Jugendlichen. „Jetzt ist die Frage, ob das so weitergehen soll“, sagte die Hauptamtsleiterin. Ein richtiges Konzept gebe es von keiner Seite.

Dass etwas passieren muss, findet auch René Toll (Initiative Städtebund). Er war in der vergangenen Woche am Jugendheim „und ich habe in meinem Leben noch nie so viel Müll gesehen wie dort“, berichtete er. So könne das nicht weiter gehen, jetzt seien die Stadträte gefragt. Zumal er bei seiner Visite vor Ort an einem Nachmittag 13- bis 15-Jährige beim Biertrinken ertappte. „Es waren etwa 20 Jugendliche, wir haben erstmal eine halbe Stunde diskutiert.“ Danach habe man gemeinsam aufgeräumt und den Müll eingesammelt. „Dabei habe ich gesehen, welche Schäden inzwischen am Jugendheim entstanden sind “, sagt Toll. „Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Jugendheim immer noch das Paradebeispiel für unsere Stadt ist. Ich finde, dort muss eine Führungskraft hin, damit das wieder funktioniert.“ Und wenn das nicht klappt, sollten wir und die Stadt darüber nachdenken, das Gebäude anders zu nutzen. Lutz Goerke (BI ’89) widersprach. „Eine andere Nutzung ist überhaupt nicht drin. Ich denke, ein Verein sollte sich gründen, der Jugendklub heißt.“ „Das ist doch ein guter Vorschlag“, findet René Toll.

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