Meuselwitz/ Altenburger Land. In der Serie „Hinter den Kulissen“ schauen wir hinter die Türen versteckter Wirtschaftschampions. Riesige Maschinen werden bei der Herkules Meuselwitz GmbH transportiert und hergestellt.

Teil drei der neuen Serie dieser Zeitung „Hinter den Kulissen“. Für diese Reihe wird regelmäßig einmal ein genauerer Blick in das Innere der großen Unternehmen im Altenburger Land geworfen. Dazu gehört es auch, einmal kritische Fragen zu stellen und generell, die Firmen besser kennenzulernen.

Diese Zeitung durfte kürzlich einmal exklusiv hinter die Kulissen der Firma „Maschinenfabrik Herkules Meuselwitz GmbH“ schauen. Das Traditionsunternehmen aus Meuselwitz wurde 1992 Teil der HerkulesGroup. Strukturveränderungen, die Optimierung des Produktportfolios und Investitionen führten zu steigenden Auftragseingängen. Seitdem ist der Maschinenbauer ein erfolgreiches Unternehmen innerhalb der Unternehmensgruppe. Geschäftsführer Jan Otterbach, Betriebsleiter Benjamin Klein und Manuel Vincenz, Abteilungsleiter in der mechanischen Fertigung, nahmen sich viel Zeit und standen für ein Interview Rede und Antwort.

Nachwuchs für Betrieb im Altenburger Land gesucht

Die große Hoffnung der Firma in Meuselwitz ist es, dass junge Menschen sich für den Betrieb interessieren und einsteigen möchten. „Es gibt immer wieder schwache Jahre, in denen wir nicht viele Auszubildende haben. Die jungen Menschen zieht es meistens eher in die Städte, so wie Leipzig beispielsweise. Dieses Jahr sind wir aber azubimäßig ganz gut aufgestellt, im September beginnen fast 20 Auszubildende“, informiert Jan Otterbach, der an mehreren Standorten tätig ist. „Unser Betriebsleiter kennt hier in Meuselwitz wirklich jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin. Uns ist es sehr wichtig, dass eine offene Kommunikation herrscht und Unstimmigkeiten direkt angesprochen und geklärt werden. Unsere Tür ist immer offen für alle Mitarbeitenden. Das Besondere bei uns ist es auch, dass wir eine sehr hohe Fertigungstiefe haben und sehr breit aufgestellt sind. Diese Voraussetzungen sind also optimal für Berufsanfänger, würde ich sagen.“

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Zur Erklärung: Die Fertigungstiefe sagt aus, wie viele Teile für die Maschinen im Haus hergestellt werden. Der Großteil der Teile wird direkt in Meuselwitz hergestellt. Hier gibt es sogar eine Schweißerei. Wenn man an dem Betriebsgelände vorbeifährt, ahnt man tatsächlich auch nicht, wie groß es eigentlich ist und wie viele Hallen und Gebäude sich hier am Standort in Meuselwitz befinden.

Ein Blick in eine der Hallen in Meuselwitz.
Ein Blick in eine der Hallen in Meuselwitz. © Kathleen Niendorf/ OTZ | Kathleen Niendorf

Maschinen in zwölf Monaten fertig im Altenburger Land

„Der liebste Teil ist mir tatsächlich die Fertigung. Ich finde es toll, zu sehen, wie die Produkte fertiggestellt werden“, freut sich der Geschäftsführer. Wenn eine Maschine hergestellt wird, dauert es etwa zwölf Monate, bis sie dem Kunden übergeben werden kann, manchmal auch bis zu 18 Monaten, je nachdem, ob es Lieferprobleme bei Teilen gibt oder im Einzelfall andere Umstände zu Verzögerungen führen. Die Maschinen werden dabei in die ganze Welt verschickt, ein großer Teil geht nach Asien.

Laut dem Betriebsleiter findet einmal im Jahr ein Investitionsgespräch statt, bei dem offen besprochen werden kann, welche Investitionen getätigt werden, welche in der Vergangenheit sinnvoll waren und welche Investitionen sich doch nicht lohnen. „Zudem sind wir generell sehr aktiv in der Region Altenburger Land. So unterstützen wir Sportvereine, Kindertagesstätten und andere Projekte. Wir pflegen auch eine enge Zusammenarbeit mit Schulen beispielsweise, denen wir Material zur Verfügung stellen.“

Händeringend wird nach Arbeitskräften im Altenburger Land gesucht

In Meuselwitz arbeiten derzeit rund 300 Mitarbeiter, der Auftragseingang verlangt aber nach etwa 50 bis 80 zusätzlichen Fachkräften. „Wir suchen unbedingt Mitarbeiter in der mechanischen Fertigung, denn wir produzieren rund 65.000 Teile im Jahr. Fachkräfte, egal welchen Alters, welcher Herkunft und welchen Geschlechts, vor allem Zerspanungsmechaniker, aber auch alle anderen Ausbildungsberufe, welche sich dem Maschinenbau, bzw. dem Anlagenbau zuordnen lassen.“, sagt Manuel Vincenz, Leiter der mechanischen Fertigung am Thüringischen Standort. „Wir entwickeln uns stetig weiter und sind dauerhaft auf der Suche nach Spitzenkräften, die unser Credo Weltoffenheit gepaart mit Innovationstrieb unterstützen und leben wollen. Auch Nischen-Jobs in der Konstruktion und sogar der Schweißerei werden in Meuselwitz gesucht, ausgebildet und natürlich gefördert“, fügt Jan Otterbach hinzu.

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Die Mitarbeiter in der mechanischen Fertigung und der Montage spielen eine entscheidende Rolle bei der Fertigstellung der Maschinen. Eine abschließende Testphase in Meuselwitz gewährleistet den Kunden höchste Qualität der Maschinen, bevor sie das Werk verlassen und weltweit ausgeliefert werden.

Die Mitarbeiter in der mechanischen Fertigung arbeiten an Maschinen, die zum Großteil in Siegen gebaut und dann angeliefert werden. Hier werden die Kundenaufträge abgearbeitet. Zunächst geht man in der Werkzeugausgabe vorbei und holt sich alles ab, was für die Arbeit auf 20.000 Quadratmeter Fertigungsfläche benötigt wird. Gearbeitet wird an sehr hochwertigen, neuen Maschinen, aber auch solide, alte Technik wird noch verwendet.

Infos und zusätzliche Links

Über das Unternehmen und den Standort: https://www.herkules-machinetools.de/unternehmen/standorte/herkules-meuselwitz/

Über Herkules: https://www.herkules-machinetools.de/

Über Ausbildung in Meuselwitz: https://www.herkulesgroup.de/sicherezukunft/standorte/meuselwitz.php

Unser Jobangebot: https://jobs.herkulesgroup.de/Jobs/All