Erstmals seit Jahrzehnten: Keine Gurken aus der Vogtei im Unstrut-Hainich-Kreis

Vogtei  Der Anbau der Gurke lohne sich in Thüringen derzeit nicht, lässt der Vorstand der Tupag-Gruppe wissen, zu der die Hainich Obst und Gemüse GmbH gehört. Für diese Entwicklung werden gleich mehrere Gründe genannt.

Die Gurkensortiermaschine in Niederdorla wird vorerst nicht weiter in Betrieb sein. Archivfoto: Daniel Volkmann

Die Gurkensortiermaschine in Niederdorla wird vorerst nicht weiter in Betrieb sein. Archivfoto: Daniel Volkmann

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Mit der Hainich Obst und Gemüse GmbH verabschiedet sich einer der letzten großen Thüringer Betriebe vom Gurkenanbau – aus wirtschaftlichen Gründen.

Vor allem wegen des weiter steigenden Mindestlohns sei es nicht mehr wirtschaftlich, erklärt Marcus Lange, Vorstand der Tupag-Gruppe, zu dem die Hainich Obst und Gemüse GmbH gehört. „Die Gurke ist eine extrem personalintensive Kultur“, so Lange.

Bis zu 300 Erntehelfer zeitgleich seien zwischen Ende Juni und September in der Gurkenernte zum Einsatz gekommen. Auf den sogenannten Gurkenfliegern liegend, hatten die Arbeiter die Gurkenpflanzen mehrmals pro Saison geerntet und die Gurken entsprechend der gewünschten Größe per Hand sortiert.

Gurken aus anderen Regionen im „Hainich“-Glas

Auch die etwas schlechteren klimatischen Bedingungen im Vergleich zu den deutlich größeren deutschen Anbaugebieten im Spreewald und in Niederbayern und damit nicht ganz so optimale Erträge seien Gründe dafür, dass sich der Anbau derzeit nicht lohne, so Lange.

Gurken in Gläsern mit dem Label „Hainich“ werde es dennoch weiter geben. In diesem Jahr kommen Gurken aus den anderen deutschen Anbaugebieten in die Konservengläser der Hainich-Konservenfabrik in Niederdorla. „Was wir nicht wollen, sind Gurken aus dem europäischen Ausland oder von noch weiter weg“, sagt Lange. Dass die Tupag eventuell in den nächsten Jahren wieder in den Gurkenanbau einsteigen könnte, schließt er nicht aus. Es müsse sich aber rechnen.

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