Abrissvorhaben in Ebersdorf vorerst gescheitert

Ebersdorf.  Obwohl „Bestandsdokumentation“ erarbeitet wurde, sträubt sich die Denkmalschutzbehörde

Das „Rentmeisterhaus“ in Ebersdorf ist zur Ruine verfallen. Im Dach klafft seit langem ein großes Loch. Bisherige Abrissbemühungen hat der Denkmalschutz verhindert. 

Das „Rentmeisterhaus“ in Ebersdorf ist zur Ruine verfallen. Im Dach klafft seit langem ein großes Loch. Bisherige Abrissbemühungen hat der Denkmalschutz verhindert. 

Foto: Peter Hagen

„Dieses Haus ist alt und hässlich, dieses Haus ist kahl und leer, denn seit mehr als 50 Jahren da bewohnt es keiner mehr. Dieses Haus ist halb zerfallen und es knarrt und stöhnt und weint, dieses Haus ist noch viel schlimmer als es scheint...“ – Bruce Low könnte Ebersdorf besucht haben, als er seinen Liedtext übers alte Haus von Rocky-Docky schrieb.

In der Lobensteiner Straße 1 gammelt das Haus vor sich. Bauzäune sichern provisorisch das Umfeld ab, damit Fußgänger der Ruine nicht zu nahe kommen und womöglich noch von herabstürzenden Dachteilen getroffen werden. Eigentlich sollte die Bruchbude längst verschwunden sein, die nicht nur einen Schandfleck mitten im Ort darstellt, sondern tatsächlich auch hochgradig gefährlich werden kann. Doch der Denkmalschutz hat etwas dagegen.

Über 6000 Euro für Dokumentation

Dabei klang das im vorigen Jahr mal ganz anders. Der Stadtrat hatte im Mai 2019 über 6000 Euro freigegeben, damit eine „Bestandsdokumentation“ zu diesem denkmalgeschützten Haus erstellt werden konnte. Mit dieser sollten eine chronologische Darstellung der Baugeschichte erarbeitet, Bauaktenpläne der Erbauungszeit in archivfähiger Form beigebracht sowie eine fotografische Dokumentation bauhistorisch relevanter Befunde und geschädigter Bauteile angefertigt werden. Erst dann sollten die Abrissbagger anrücken dürfen.

Entscheidung auf Klageweg

Ein Planungsbüro wurde mit diesen Arbeiten beauftragt, die Bestandsdokumentation lag vor, dann wurde laut Bürgermeister Volker Ortwig (FDP) der Abriss beantragt – und von der Denkmalschutzbehörde abgelehnt. „Jetzt wird die Sache auf dem Klageweg entschieden“, teilte Ortwig zum aktuellen Stand mit. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, könne derzeit nicht gesagt werden.

Nach Verkauf Rückübertragung

Das Haus hatte ursprünglich der Gemeinde Ebersdorf/Thüringen gehört, war an zwei Unternehmer verkauft worden, deren Umbaupläne am Denkmalschutz scheiterten. Nachdem die Eigentümer wieder verschwunden waren, erfolgte eine Rückübertragung an die inzwischen gebildete Stadt Saalburg-Ebersdorf.