Acht Fünfen kommen in Bad Lobenstein auf das Konto

Bad Lobenstein.  Die zunehmende Bedeutung des Gesundheitstourismus wurde beim Bädertag in Bad Lobenstein in dieser Woche herausgestellt.

Bad Lobensteins Bürgermeister Thomas Weigelt (links), Gastgeber für den 30. Thüringer Bädertag, übergibt den Staffelstab an Steffen Kania, Bürgermeister von Saalfeld, wo der nächste Bädertag stattfinden wird.

Bad Lobensteins Bürgermeister Thomas Weigelt (links), Gastgeber für den 30. Thüringer Bädertag, übergibt den Staffelstab an Steffen Kania, Bürgermeister von Saalfeld, wo der nächste Bädertag stattfinden wird.

Foto: Dorit Frank / Thüringer Heilbäderverband

Achtmal wird die Ziffer „5“ demnächst als Einzahlungsbetrag auf dem Konto der Bad Lobensteiner Stadtkasse auftauchen. Und das ist nicht der einzige Grund, weshalb der kurstädtische Bürgermeister geradezu euphorisch auf die vergangene Woche zurückblickt.

Bad Lobenstein war Gastgeber für den 30. Thüringer Bädertag gewesen. Und das Signal, das von den Vertretern aus 18 Kur- und Heilbäderorten des Freistaates ausging, bewertet Thomas Weigelt (parteilos) als überwiegend optimistisch. „Es wurde gemeinsam herausgearbeitet, wo wir noch Potenziale haben, die es jetzt auszuschöpfen gilt, um den Kurtourismus noch attraktiver zu machen“, so der Bürgermeister.

Hierbei werde es fast schon einen Paradigmenwechsel geben. „Künftig werden wir Tourismus mit Kur machen“, beschreibt Weigelt den neuen Denkansatz, der besagen soll, dass die Gäste der Stadt nicht in erster Linie als „Patient“ betrachtet würden, denen man neben der Kuranwendung noch Freizeitangebote unterbreitet. Sondern es solle verstärkt dahingehend geworben werden, in die Region zum Kennenlernen der Attraktionen zu reisen und hierbei auch Kuranwendungen in Anspruch zu nehmen.

Verlustausgleich für Schließzeit

Natürlich drehten sich viele der Gespräche während des Bädertages um das Thema Corona und die Folgen. Wohlwollend wurde hierbei die Mitteilung aufgenommen, dass die vom Freistaat Thüringen zusätzlich und ausschließlich für Kurbäder bereitgestellten fünf Millionen Euro gleichermaßen unter allen neun Orten aufgeteilt werden, in denen kommunale beziehungsweise private Bäder betrieben werden. Und das macht in Summe exakt 555.555,55 Euro für jeden.

„Damit können wir die Verluste ausgleichen, die während der coronabedingten Schließzeit der Ardesia-Therme aufgelaufen sind“, beschreibt Weigelt den Verwendungszweck. Und verschweigt hierbei nicht, dass ihn wie auch die Vertreter der anderen Kur- und Heilbäderorte natürlich die Frage sorgt, wie sich die Pandemie weiter entwickelt.

Kraftakt zur Infektionsvermeidung

„Wir hoffen sehr, dass es nicht wieder zu Schließungen kommen muss“, setzt Weigelt auf das Prinzip lokal begrenzter Maßnahmen, wie es jetzt bei Infektionsnachweisen praktiziert werde. „In Bad Lobenstein läuft diesbezüglich momentan alles im grünen Bereich“, sagt Weigelt und kommt sofort auf die Kindergärten der Stadt zu sprechen. „Was die Erzieherinnen dort derzeit leisten, ist ein Kraftakt sondergleichen. Denn dass die Eltern die Gebäude nicht betreten dürfen, sondern die Kinder draußen übergeben werden müssen, ist ein enormer Zusatzaufwand, der bewältigt wird.“

Ebenso würden die Mitarbeiter in der Ardesia-Therme derzeit alles daran setzen, mit den deutlich strengeren Hygieneregeln einen reibungslosen Bade- und Saunabetrieb trotz Corona-Pandemie zu ermöglichen.