Angeklagter fordert für sich und „Sissy“ Flugticket zur Anreise nach Bad Lobenstein

Bad Lobenstein.  Einspruch gegen Strafbefehl ist verworfen worden

Angeblich müsste ein Angeklagter zunächst vom Flughafen Samos nach Leipzig fliegen, um einen Gerichtstermin in Bad Lobenstein wahrnehmen zu können. Diese Reisekosten wollte er von der Justiz erstattet bekommen.

Angeblich müsste ein Angeklagter zunächst vom Flughafen Samos nach Leipzig fliegen, um einen Gerichtstermin in Bad Lobenstein wahrnehmen zu können. Diese Reisekosten wollte er von der Justiz erstattet bekommen.

Foto: Christian Charisius / dpa

Mit einer skurrilen Forderung sah sich das Amtsgericht in Bad Lobenstein konfrontiert. Damit ein Mann als Angeklagter zu seiner Hauptverhandlung erscheint, solle ein Ticket für ihn und seinen Hund „Sissy“ bereitgestellt werden.

Der Angeklagte weilt demnach auf der griechischen Insel Samos. Nachdem ihn ein Strafbefehl erreichte, mit dem er eine Geldstrafe wegen Beleidigung zu entrichten habe, hatte der Mann Einspruch eingelegt. Es begann ein intensiver Schrift- und Mailverkehr zwischen dem Gericht und dem Mann, der mal gesundheitliche Gründe, mal fehlendes Geld für die Reisekosten zur Begründung dafür anführte, nicht in Bad Lobenstein erscheinen zu können. Selbst die Coronapandemie musste als Argument herhalten. Er habe Angst davor, sich in Deutschland infizieren zu können, hieß es in einem der Schreiben.

Zur Hauptverhandlung hätte der Angeklagte die Möglichkeit gehabt, sich zum Tatvorwurf gegen ihn zu äußern. Doch erschienen waren nur die Nachbarn, die sich dem Vernehmen nach einige Beleidigungen an den Kopf werfen lassen mussten, als der jetzt angeblich auf Samos lebende Mann noch sein Domizil in Rosenthal am Rennsteig bewohnt hatte. „Der steckt auch noch irgendwo hier“, hatten die Zeugen einige Zweifel an der fernen Abwesenheit des Angeklagten.

Einspruch verworfen

Seitens der Staatsanwaltschaft wurde kurzer Prozess gemacht. Es erging der Antrag, den Einspruch gegen den Strafbefehl wegen unentschuldigten Fehlens zu verwerfen. Diesem Antrag folgte das Gericht. Damit ist der Strafbefehl wirksam.